Sport : Die letzten Geister vertreiben

Ein Punkt fehlt Union noch zum Klassenerhalt

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Wie gegen St. Pauli. Mosquera plant mit Union erneut einen starken Auftritt. Foto: dpa
Wie gegen St. Pauli. Mosquera plant mit Union erneut einen starken Auftritt. Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Ups, was ist da denn schiefgelaufen? Da wähnte sich der 1. FC Union mit seinen 41 gesammelten Punkten längst am Ziel, nämlich dem Klassenerhalt, nur um dann kurze Zeit später beim Blick auf die Tabelle eines Besseren belehrt zu werden. Plötzlich war wieder von einem „engen Rennen“ die Rede; und plötzlich schielte man sogar auf die Tordifferenz der Tabellennachbarn. Zu früh über den Klassenerhalt gefreut? Nun, es müsste schon reichlich dumm für den Berliner Fußball-Zweitligisten laufen, wenn er wirklich noch in ernste Abstiegsgefahr geraten sollte: Bei noch zwei terminierten Ligaspielen rangieren die Köpenicker sechs Punkte vor Relegationsplatz 16.

Da auch an den letzten beiden Spieltagen je drei Punkte für einen Sieg ausgeschüttet werden, müssten Hansa Rostock (Tabellen-16.) und der FSV Frankfurt (15.) je beide Begegnungen gewinnen und Union zweimal verlieren, damit die schlimmsten Berliner Schreckensvisionen doch noch wahr werden. Aber sicher ist eben sicher, glaubt auch Unions Sportdirektor. „Man hat im Fußball schon oft erlebt, dass jeder Punkt, jedes Tor zählt“, sagt Christian Beeck. „Wenn wir den Klassenerhalt schaffen wollen, brauchen wir also am Sonntag noch einen Punkt.“ Gegen Arminia Bielefeld (17.30 Uhr, Alte Försterei, live bei Sky) wollen sie in Köpenick endgültig den Verbleib in der Zweiten Liga perfekt machen – und die allerletzten bösen Geister vertreiben.

Dass die 2:4-Niederlage bei Energie Cottbus einigen Beteiligten noch im Kopf herumzuspuken scheint, dürfte nicht besonders hilfreich sein. Schließlich traten die Berliner dort laut Mittelfeldspieler Torsten Mattuschka auf „wie Bockwürste“. Mattuschkas Trainer Uwe Neuhaus wurde angesichts der kraftlosen Vorstellung deutlicher: „Das hatte mit der Einstellung zu tun. Die Bereitschaft war nicht da, sich wie zuvor richtig ins Zeug zu legen.“ Der mit dem 2:1-Sieg gegen den Aufstiegsanwärter St. Pauli eine Woche zuvor fast schon perfekt gemachte Klassenerhalt hatte die Unioner wohl nachlässig werden lassen. Erfahrung soll nun den Schlendrian vertreiben. Denn „unser Umgang mit Negativsituationen hat sich in dieser Saison enorm weiterentwickelt“, sagt Christian Beeck. „Ein wenig Druck ist für jeden Profi nichts Schlechtes.“

Die Kombination aus dem letzten Heimspiel dieser Saison und dem möglichen endgültigen Erreichen des Klassenerhalts mobilisiert auch die Zuschauer: Bis zum Wochenende hatte Union schon mehr als 10 000 Tickets abgesetzt. Deshalb empfindet Beeck die neue alte Anspannung sogar „als Bereicherung. An solchen Aufgaben wachsen die Spieler.“ So schnell wird sich Union wohl nicht mehr verkalkulieren. Katrin Schulze

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