Sport : Die Liebe des Felipe Massa

Der brasilianische Ferrari-Pilot hat den Großen Preis der Türkei gewonnen. Der Brasilianer siegte in Istanbul vor seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen. Bester Deutscher war Nick Heidfeld.

Karin Sturm[Istanbul]
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Die Roten von Ferrari waren in Istanbul am schnellsten. -Foto: AFP

Ein Brasilianer war schon vor diesem Wochenende ein Superstar in der Türkei: Roberto Carlos, der legendäre Linksverteidiger, der jetzt bei Fenerbahce Istanbul zum Publikumsliebling im türkischen Fußball avancierte. Carlos, der langjährige Profi von Real Madrid, war hautnah dabei, als sich am Sonntag sein Landsmann Felipe Massa mit einem souveränen Sieg beim Großen Preis der Türkei in der Formel 1 in Istanbul ebenfalls endgültig in die Herzen der türkischen Fans fuhr. Schließlich ist Istanbul ein besonderes Pflaster für Massa – hier gewann er im vergangenen Jahr sein erstes Formel-1-Rennen überhaupt. „Offenbar liebt mich diese Strecke, ich liebe sie natürlich auch“, sagte Massa.

Der Rennverlauf als solcher war nicht spannend, aber die Gesamtsituation in der Formel 1 wird jetzt noch interessanter. Denn durch den Ferrari-Doppelsieg von Massa und Kimi Räikkönen vor Weltmeister Fernando Alonso im McLaren-Mercedes und einen Reifenschaden von Alonsos Teamkollegen Lewis Hamilton, der durch den Schaden nur Fünfter wurde, ist alles noch dichter zusammengerückt. Der Brite Hamilton hat jetzt nur noch fünf Punkte Vorsprung auf Alonso. Massa sagte zufrieden: „Wir hatten das Rennen immer unter Kontrolle, das gibt mir Zuversicht.“ Bei McLaren-Mercedes muss man wohl erkennen, dass es in der WM durchaus noch einmal spannend werden könnte.

Im Rennen hatte das Team der Ferrari-Überlegenheit nicht wirklich etwas entgegenzusetzen, auch wenn Alonso bei einem etwas besseren Start sicher in der Anfangsphase nicht so viel Zeit verloren hätte. „Das war schon der Knackpunkt. Ich bin von der schmutzigen Seite schlecht weggekommen. Danach habe ich gemerkt, dass ich trotz allem Einsatz nicht mehr herankomme. Ferrari war zuletzt auf vielen Streckentypen schneller als wir“, sagte der Spanier. Positiv für ihn war nur, dass Teamkollege Hamilton nach einem Reifenschaden zurückgefallen war. „Ich habe noch Glück gehabt, ich hätte auch in die Wand fahren können”, sagte der Brite. „Der Flügel war gebrochen, so dass ich das Auto wirklich nur noch nach Hause bringen konnte.“

Noch vor Hamilton landete Nick Heidfeld, der wieder einmal eine überzeugende Vorstellung zeigte: sehr guter Start und in den ersten Runden ein spannendes Duell mit Weltmeister Alonso, das der Spanier allerdings beim ersten Boxenstopp für sich entschied. Auch Nico Rosberg konnte sich freuen: Platz sieben auf einer Strecke, auf der er sich nicht viel ausgerechnet hatte. „Super, dass ich sogar Robert Kubica hinter mir halten konnte. Hier einen BMW zu schlagen, ist schon toll“, sagte Rosberg. Kubica belegte Platz acht. Ralf Schumacher belegte im Toyota nur Rang zwölf. „Ich habe am Anfang zu viel Zeit im Verkehr verloren“, sagte er. Sebastian Vettel im Toro Rosso wurde am Ende 19., Adrian Sutil wurde trotz seines Ausfalls kurz vor Schluss noch als 21. gewertet.

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