Sport : Die Liga brennt

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Benedikt Voigt verabschiedet sich

vom Basketballboom

Die Liga brummt, sprach Otto Reintjes zu Jahresbeginn in ein Mikrofon. Zu diesem Zeitpunkt hatte Hagen bereits Insolvenz angemeldet, das Fernsehen beschwerte sich über schlechte Quoten und ein Liga-Hauptsponsor war nicht zu finden – trotzdem wurde der Chef der Basketball-Bundesliga nicht müde, sein Produkt zu loben wie einen Neuwagen bei der Markteinführung. Jetzt meldete der Mitteldeutsche BC Insolvenz an, bei der TSK Würzburg könnte sie kurz bevorstehen. Was ist los im Basketball?

Es ist an der Zeit, sich von dem Image als Boomsportart zu verabschieden. Basketball ist in Deutschland weiterhin eine Randsportart. Nach Jahren des Aufwärtstrends und der Professionalisierung bricht die Zeit der Konsolidierung an. Jede Fernsehminute muss erkämpft, jeder Sponsor muss gepflegt, jeder Zuschauer muss erobert werden. Basketball ist kein Selbstläufer mehr wie zu Beginn der Neunzigerjahre, als die Streetball-Welle rollte. Zur sportlichen Krise der Nationalmannschaft, die in der Olympia-Qualifikation scheiterte, gesellt sich eine wirtschaftliche Krise der Bundesliga. Nun ist es an den Verantwortlichen der verbliebenen Klubs, die ja die Liga bilden, Rückschlüsse aus der Saison der Insolvenzen zu ziehen. Reintjes will regelmäßige Nachprüfungen der Wirtschaftskraft diskutieren. Im Nachhinein erscheint es nun seltsam, die Liga auf 16 Klubs aufgestockt zu haben, wenn zwei Vereine eine Saison nicht durchstehen.

Reintjes aber ist ungebrochen optimistisch. „Die Liga wird nicht untergehen“, sagt er. Damit dürfte er sogar Recht haben.

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