Die Nacht danach : In Deutschland Partystimmung, aber auch Krawall

Die EM-Stimmung in Deutschland steigt nach dem deutschen Sieg gegen Polen, aber es gab auch Krawall. In vielen großen Städten feierten am Sonntagabend und in der Nacht zum Montag Zehntausende das Auftaktspiel der deutschen Elf gegen Polen. Fast überall blieb es friedlich - außer in Hamburg und in Hagen.

In Berlin krachten nach dem Schlusspfiff Böller, Leuchtraketen zischten in den Nachthimmel. Autos fuhren hupend durch die Stadt. Fahnenschwenkend zogen Fans über den Kurfürstendamm. Schon nach dem 1:0-Führungstreffer durch Lukas Podolski war die Stimmung in den Biergärten und EM-Fanquartieren ausgelassen. Beim Fan-Fest in Hamburg fieberten 35 000 Menschen bei hochsommerlichen Temperaturen mit der deutschen Elf. Nach dem 2:0-Sieg fielen die Fans in einen Jubelrausch. 

Selbst bei Deutschlands größtem Rockfestival „Rock am Ring“ am Nürburgring gab es zwischenzeitlich Fußball statt Rockmusik: Vor der Hauptbühne versammelten sich mehrere zehntausend Besucher. Kurz vor dem Anpfiff hatten die Sportfreunde Stiller mit ihrer WM-Hymne „'54, '74, '90, 2006“ die Stimmung angeheizt. Nach den zwei Toren der deutschen Nationalmannschaft feierten die Musik- und Fußballfans den zweifachen Schützen Lukas Podolski und schwenkten ihre Deutschlandfahnen.

In Hannover und Bremen versammelten sich Tausende mit dicker schwarz-rot-goldener Schminke im Gesicht und mit Deutschland-Fahnen vor den Großbildleinwänden. In der Hessenarena in Homberg versammelten sich 10 000 Menschen. In Baden-Württemberg kamen rund 8000 Fußballfans ins EM-Fandorf Heilbronn. 

Vereinzelt gab es Ausschreitungen: In Hagen musste die Polizei 300 deutsche und 150 polnische Fußballfans auseinanderhalten. Beide Gruppen seien äußert aggressiv gewesen, immer wieder seien Steine und Flaschen geflogen. Auf der Reeperbahn in Hamburg kam es zu Auseinandersetzungen deutscher und polnischer Gruppen. Mehrere Menschen wurden festgenommen, nachdem sie Flaschen geworfen hatten, teilte die Polizei mit. In Berlin verliefen die Feiern weitgehend friedlich. Nach Angaben er Polizei vom Montagmorgen erlitt ein Fan nach einem Flaschenwurf eine Platzwunde am Kopf. Zudem wurde ein Auto
beschädigt. Es habe zwar viele Betrunkene gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Die Auswirkungen hätten sich aber im Rahmen
gehalten. Festnahmen gab es den Angaben zufolge nicht. (Tsp/ddp/dpa)

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