Sport : Die nächste Rate

Roy Makaay schießt den FC Bayern kurz vor Schluss zum 2:1-Sieg in Rostock

André Görke

Rostock. Thomas Linke konnte gut über den Treffer lachen, „sah wirklich kurios aus, vielleicht wird’s ja das Tor des Jahres“. Nur damit nicht an dieser Stelle der falsche Eindruck entsteht: Linke lachte über sein Eigentor. Zwei Minuten nach der Halbzeit war dem Manndecker des FC Bayern München der Ball erst gegen das Knie geprallt, von dort ins Gesicht und dann vorbei an Oliver Kahn ins Münchner Tor. Da lachte Linke natürlich noch nicht, weil dieses Eigentor den 1:1-Ausgleich für Hansa Rostock bedeutete. Später machte es ihm nichts mehr aus, weil „wir ja da vorn noch den Roy haben, und der Roy ist sensationell drauf“. Dieser Roy, der den Nachnamen Makaay trägt, traf nämlich vier Minuten vor dem Abpfiff ins Rostocker Tor. Zum 2:1. Es war der Siegtreffer für die Bayern und für Makaay das dritte Bundesligator in Folge. Der Mann zahlt seine Ablösesumme, immerhin 18,55 Millionen Euro, in Raten zurück. Und das sehr regelmäßig.

Wichtig war dieser Sieg für die Münchner, „weil wir in den letzten zwei Spielen fünf Punkte verschenkt haben“, sagte Ottmar Hitzfeld. Damit meinte der Münchner Trainer die 2:3-Niederlage in Wolfsburg vor zwei Wochen und das 3:3-Unentschieden am vergangenen Wochenende gegen Leverkusen. Die Vorgabe sei klar, „wir wollen Deutscher Meister werden, da müssen wir gegen einen Verein wie Hansa Rostock nun mal gewinnen“. Dabei war das gar nicht so selbstverständlich, denn bei den Bayern fehlten gestern acht gute Spieler. „Die wurden durch gute Namen ersetzt, das heißt aber nicht, dass diese guten Namen auch gut harmonieren“, sagte Hitzfeld.

In der Tat hatte der FC Bayern vor 29 000 Zuschauern im Ostseestadion anfangs große Probleme gegen die mutig aufrückenden Rostocker. Vor der Münchner Viererkette gab Martin Demichelis sein Saisondebüt, für den die Bayern im Sommer immerhin 4,5 Millionen Euro nach Argentinien überwiesen hatten. Und als Demichelis dann besser mit den Kollegen harmonierte, „konnte er seine Klasse andeuten“, sagte Hitzfeld. Demichelis hatte den Luftraum unter Kontrolle.

In dieser Phase dann, nach einer halben Stunde, kamen die Bayern zu ihrer ersten Chance. Bixente Lizarazu tauchte plötzlich an der rechten Außenbahn auf, wartete – und spielte den Ball perfekt in den Lauf seines Kollegen Roque Santa Cruz, der zur Führung traf. Die Rostocker hatten sich nur eine halbe Minute zuvor beklagt, dass ein Foul an Plassnegger in der Münchner Hälfte nicht geahndet wurde. „Wir haben nur wenige Fehler gemacht“, sagte Hansas Trainer Armin Veh dann auch, „aber die waren entscheidend“. Immer wenn die Bayern elegant kombinierten und die Bälle schnell an den nächsten Kollegen abgaben, waren die Rostocker überfordert. So auch in jener Szene vier Minuten vor dem Abpfiff. Von der Strafraumkante der Rostocker spielte der eingewechselte Claudio Pizarro den Ball scharf auf Ballack, der ließ ihn sofort in die Mitte zurückspringen, dort stand Makaay, der ließ Rostocks Torhüter Mathias Schober ins Leere grätschen und traf zum 2:1. Hitzfeld nannte das ganz einfach „unsere Routine“.

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