Sport : Die Nebenspannung

Das Bundesligaspiel Dortmund gegen Bayern löst nur abseits des Spielfeldes Emotionen aus.

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Kunststücke bald für Bayern? BVB-Profi Robert Lewandowski. Foto: AFP
Kunststücke bald für Bayern? BVB-Profi Robert Lewandowski. Foto: AFPFoto: AFP

Dortmund - Fast hätte man vergessen, dass noch andere Spiele auf der Agenda stehen als jenes deutsch-deutsche Champions-League-Finale am 25. Mai. Zum Beispiel am heutigen Samstag (18.30 Uhr), wenn Borussia Dortmund ausgerechnet den FC Bayern München zum Bundesligaspitzenspiel empfängt. Ein Spiel, das sonst die Massen elektrisieren würde, interessiert diesmal eher weniger. Denn da ist ja noch jenes Spiel vom 25. Mai.

Auch Uli Hoeneß wird sich das Spiel nicht ansehen, berichtete die „Bild“-Zeitung. Stattdessen werde der wegen Steuerhinterziehung stark kritisierte Bayern-Präsident am Samstag das erste Viertelfinal-Heimspiel der Bayern-Basketballer gegen Alba Berlin besuchen. Nach dem Bekanntwerden des Steuerskandals hatte Hoeneß bereits darauf verzichtet, das Auswärtsspiel in Hannover zu besuchen.

In Dortmund aber löst die heutige Partie zumindest abseits des Spielfeldes Emotionen aus. 37 Millionen hat der FC Bayern für Mario Götze locker gemacht, der nächste Coup wird derzeit eingefädelt. Es scheint nur noch um den Zeitpunkt (30. Juni 2013 oder 2014) zu gehen, an dem Stürmer Robert Lewandowski das Münchener Trikot überstreift.

Das alles sind Rückschläge, die im Dortmunder Lager verkraftet werden müssen. Was Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke jedoch nachhaltig verstimmt, ist der seiner Meinung nach wenig stilvolle Umgang der Bayern mit ihren jüngsten Transaktionen. „Ich habe immer mit sehr viel Respekt und Bewunderung von den Bayern gesprochen“, sagte Watzke. Nun habe sich das bislang ungetrübte Verhältnis zwischen den beiden deutschen Champions-League-Finalisten jedoch „ein bisschen abgekühlt“, sagte Watzke.

So wurde das sonst übliche gemeinsame Essen mit den Münchner Vereinsvertretern vor dem Topspiel des alten Meisters gegen den neuen Meister ersatzlos gestrichen. „Warum sollen wir von Friede, Freude, Eierkuchen reden, wenn es nicht so ist?“, fragt Watzke.

Mario Götze wird ohnehin nicht mitspielen können, er soll nach dem Muskelfaserriss, den er sich beim Rückspiel in Madrid zuzog, bis zum 25. Mai wieder spielfähig gemacht werden. Auch sonst dürften viele Stars, die beim Showdown in Wembley zu sehen sein werden, bei der Generalprobe geschont werden.

Der neue deutsche Klassiker, der zuletzt so viele Emotionen ausgelöst hat, wird dieses Mal zur Nebensache. Die Bayern stehen als Meister fest, fraglich ist nur, welche Rekorde sie noch brechen. auch den Dortmundern ist Rang zwei und damit die Qualifikation für die Champions League kaum zu nehmen. Die heutige Generalprobe wird zum Warmlaufen auf hohem Niveau. Dortmunds Trainer Jürgen Klopp weiß das, und hat schon mal verkündet, er werde das Gipfeltreffen maximal entspannt verfolgen: „Wenn Bayern dieses Spiel gegen uns gewinnt, wird sich in Dortmund niemand ernsthaft darüber aufregen.“ Felix Meininghaus

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