Sport : Die Nerven behalten

Deutsche Hockey-Herren werden erneut Europameister

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Barcelona (Tsp). Es kam so, wie es die Optimisten erwartet hatten: Die Herren des Deutschen HockeyBundes (DHB) haben zum vierten Mal in Folge den Europameistertitel gewonnen und sich damit direkt für die Olympischen Spiele in Athen qualifiziert. Der Weltmeister behielt im Finale in Barcelona in einem spannenden Siebenmeterschießen die Nerven und gewann 5:4. Nach 70 Minuten plus Verlängerung hatte es 1:1 gestanden. Insgesamt ist es der sechste EM-Titel für die DHB-Herren, zum dritten Mal in Folge brauchten sie dafür allerdings ein Siebenmeterschießen. Zuvor hatten die deutschen Damen im Spiel um Platz drei England 3:1 besiegt. Den Titel holten sich die Niederlande durch ein 5:0 gegen Spanien.

Florian Kunz (33.) glich für Deutschland mit Strafecke aus, nachdem Santi Freixa (20.) die Gastgeber vor 5000 Zuschauern in Führung gebracht hatte. Christopher Zeller verwandelte den entscheidenden Siebenmeter. Ersatztorwart Christian Schulte wurde mit zwei parierten Bällen zum Helden des Shootouts, während Stammtorwart Clemens Arnold während des Spiels eine Weltklasseleistung zeigte und damit eine Niederlage gegen die ungemein starken Spanier verhinderte. Die Iberer hatten den deutschen Schusskreis fast pausenlos belagert und ein deutliches Übergewicht an Chancen.

Beiden Mannschaften war in der Anfangsphase der große Respekt anzumerken. Sie hielten an ihrem taktischen Konzept fest; Schusskreisszenen oder gar vielversprechende Torgelegenheiten gab es zunächst nicht. Erst in der 11. Minute hatte Deutschland seine erste Strafecke, mit der Kunz noch an Torwart Bernardino Herrera scheiterte. Eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung brachte schließlich Spanien in Front. Christoph Eimer verlor im Mittelfeld einen Zweikampf, bei dem ein Spanier den Ball regelwidrig hoch spielte. Freixa profitierte mit seinem Tor. Danach konnte Spanien eine Ecke nicht nutzen. Zwei Minuten vor der Pause war es Mannschaftskapitän Kunz, der mit seiner zweiten Eckenchance den Ausgleich markierte.

Beruhigung brachte das 1:1 nach dem Wechsel aber nicht ins deutsche Spiel. Der Druck der Spanier nahm immer mehr zu, und der Weltmeister musste sich bei Torwart Arnold bedanken, dass zunächst keine weiteren Gegentreffer fielen. Präsident Christoph Wüterich wurde auf der Tribüne immer nervöser. „Wir stoppen fast keinen Ball mehr“, sagte er. Auch in der Verlängerung hatte Spanien mehr vom Spiel, dank einer sehr konzentrierten Abwehrleistung und Arnolds Paraden rettete sich der Titelverteidiger aber ins Siebenmeterschießen.

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