Sport : Die neue Nummer eins

Der HSV schlägt Gladbach 1:0 und ist Tabellenführer

Karsten Doneck[Hamburg]

Wer erst einmal von Erfolglosigkeit gepeinigt wird, den erfreuen auch schon kleine Fortschritte. „Unsere Mannschaft hat wenigstens die Ordnung beibehalten“, sagte Sportdirektor Christian Ziege auf seiner etwas krampfhaften Suche nach positiven Aspekten. Die Ordnung beim Aufsteiger und Schon-wieder-Abstiegskandidaten Borussia Mönchengladbach mag sich allmählich bessern, mehr als ein leistungsgerechtes 0:1 (0:1) beim Hamburger SV sprang aber am sechsten Spieltag dennoch nicht heraus. Folge: Der HSV führt nun wieder die Tabelle an, Gladbach tauchte ab auf den vorletzten Tabellenrang.

Den HSV indes machte der Sieg auch nicht rundum glücklich. Nach der frühen 1:0-Führung durch Mladen Petric, dem damit nach den beiden Treffern beim Pokalsieg gegen den VfL Bochum (2:0) am Mittwoch das dritte Tor innerhalb von nur vier Tagen gelang, begannen die Hamburger mit einer Art Ergebnisverwaltung. Das weckte Sehnsüchte. Zum Beispiel bei Dietmar Beiersdorfer. „Wir hätten unbedingt das zweite Tor machen müssen, um den Sack zuzumachen“, sagte der HSV-Sportchef. Allerdings spielten die Hamburger dafür nach vorne zu wenig druckvoll. „Da war kein Raum“, entschuldigte HSV-Trainer Martin Jol seine Offensivkräfte. Seine Mannschaft beschränkte sich vielleicht deshalb nach dem 1:0 weitgehend erfolgreich darauf, den Gegner vom eigenen Strafraum fernzuhalten.

Martin Jol war seinen Prinzipien treu geblieben. Er ließ wieder mal rotieren. Piotr Trochowski und Paolo Guerrero waren diesmal aus der Elf gestrichen worden, Thiago Neves und Ivica Olic durften dafür von Beginn an aufs Feld. Das ständige Rein und Raus trägt gewiss nicht unbedingt zur Harmonie im HSV-Spiel bei, aber Olic erkennt auf anderem Terrain Besserung. „Besser wir gewinnen mal 1:0, als dass wir immer erst 0:2 hinten liegen“, sagte der Stürmer. Der HSV hatte in dieser Saison schon dreimal 0:2-Rückstände aufgeholt.

Borussia Mönchengladbach war mal berühmt für seinen furiosen Offensivstil. Lang, lang ist’s her. In Hamburg kam die Mannschaft von Jos Luhukay erst in der Schlussphase zweimal gefährlich vor das Tor des Gegners. Erst setzte der spät eingewechselte Marko Marin einen Heber auf die Querlatte, dann scheiterte Rob Friend mit einem Kopfball. Luhukay, ohnehin in der Kritik, wird seine Position durch diese Niederlage nicht gefestigt haben, blieb aber positiv und bemerkte: „Wir haben Hamburg alles abverlangt.“

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