Sport : Die Neuen und die Stars

Unions Talente spielen 1:5 gegen Bayerns Profis

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Berlin Am Ende gab es für Mathias Straub noch ein wertvolles Souvenir. Der 23 Jahre alte Abwehrspieler, der vor wenigen Wochen aus Siegen nach Berlin zum 1.FC Union gewechselt war, lief nach dem 1:5 (0:3) gegen den FC Bayern zum ein Jahr älteren Sebastian Deisler. Dann tauschten die beiden ihre Trikots. Straub bekam das rote Trikot mit der Nummer 26, Deisler das weiße mit der Nummer 3.

Nicht nur für die jungen Spieler, auch für die Fans des 1. FC Union war der Tag des Freundschaftsspiels gegen den deutschen Rekordmeister aufregend. Der Klub muss sparen. Deshalb stand gestern außer dem 33-jährigen Kapitän Tom Persich keiner der Spieler mehr auf dem Platz, die in der vergangenen Saison mit den Berlinern aus der Zweiten Liga abgestiegen waren. Stattdessen waren in den vergangenen Wochen viele junge Talente nach Köpenick gekommen, deren Namen kaum jemand unter den 15 000 Zuschauern in der Alten Försterei kannte.

Und so erwarteten die Fans gespannt, wie die neue Mannschaft sich präsentieren würde. Sie wurden nicht enttäuscht. In den ersten Minuten spielten die Berliner mutig nach vorne, hatten sogar einige gute Torchancen. Die beste Gelegenheit verpasste Mirko Soltau, der in der 14. Minute nur die Latte traf. Ernsthaft in Gefahr bringen konnten sie die Abwehr der Bayern aber nicht. Die Münchner, die auf eine Antrittsgage verzichteten, waren zwar ohne die Nationalspieler angetreten, die bei der Europameisterschaft in Portugal gespielt hatten. Eine zweite Mannschaft war es dennoch nicht, die gestern gegen Union auf dem Feld stand, immerhin waren Deisler, Mehmet Scholl, Ze Roberto und Hasan Salihamidzic dabei.

Nach sechs Minuten erzielte Roque Santa Cruz die Führung für Bayern, vor der Halbzeit trafen Scholl und wieder Santa Cruz zum 3:0. Nach der Halbzeit erhöhte der Tabellenzweite der vergangenen Bundesliga-Saison durch Demichelis (53.) und Trochowski (84.) auf 5:0. Vier Minuten vor dem Ende traf der von Arminia Bielefeld gekommene US-Amerikaner Ryan Coiner zum 1:5-Endstand.

Der guten Stimmung im Stadion tat die Niederlage keinen Abbruch. Die Fans feierten ihre Mannschaft, den Gegner und die Tatsache, dass ihr Klub die Lizenz für die Regionalliga bekommen hat. Das gelang auch dank des gestrigen Spiels. Die erwarteten Zuschauereinnahmen von rund 50 000 Euro hatte ein Sponsor vorgestreckt. Sie sind bereits in der Liquiditätsreserve von 1,46 Millionen Euro, die Union im Juni bei der Deutschen Fußball-Liga hinterlegen musste, enthalten.

Die Zuschauer hatten ihr Kommen nicht bereut. Das Spiel gegen die Bayern hinterließ den Eindruck, dass der Neubeginn mit jungen Spielern gelingen könnte. „Wir liegen voll im Soll. Die Bayern haben heute mit einfachen Mitteln ihre Tore gemacht“, sagte Trainer Frank Wormuth, warnte aber gleichzeitig vor zu großen Erwartungen. Wie stark die Mannschaft wirklich ist, wird sich erst am 1. August zeigen.

Dann spielt der 1. FC Union am ersten Spieltag der Regionalliga Nord im Olympiastadion gegen die Amateure von Hertha BSC um wichtige Punkte. Einer allerdings wird nicht dabei sein können. Für den von den Amateuren Werder Bremens gekommenen Hannes Wilking endete das erste Spiel für die Berliner schmerzhaft. Der 22-jährige Abwehrspieler zog sich gestern einen Bruch des Mittelfußknochens zu. hude/Lo.

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