Sport : Die nicht wissen, was sie sagen

Steffen Hudemann

über das verpasste Duell zweier Fußballphilosophen Es gibt Fußballspieler, die bleiben der Nachwelt wegen eines einzigen Tores in Erinnerung. Jürgen Sparwasser, Schütze des Siegtreffers für die DDR im Spiel gegen die Bundesrepublik 1974, ist so einer. Andere haben viele tolle und wichtige Tore geschossen – doch was von ihnen bleibt, sind nicht Taten, sondern Worte. Zu dieser Kategorie gehören Mario Basler und Andreas Brehme. Basler hat Freistöße aus den unmöglichsten Positionen im Tor versenkt, dennoch erinnert man sich eher an Äußerungen wie: „Ich lerne nicht extra Französisch für die Spieler, wo dieser Sprache nicht mächtig sind.“ Unvergessen auch sein erstes Interview nach dem Wechsel zu Werder Bremen, in dem Basler mit der Einschätzung verblüffte, Bremen habe „drei Millionen Einwohner“.

Andreas Brehme schoss das entscheidende Tor im WM-Endspiel 1990, und doch trägt er ein ähnliches Schicksal wie Basler. Beide wurden Trainer, in den – nach Basler’scher Rechnung – Millionenstädten Regensburg und Unterhaching. Brehme lief nun Gefahr, mit Unterhaching in die Regionalliga abzusteigen. Dorthin, wo Basler schon ist. Nun aber hat Brehme hingeworfen. („Was soll ich mit einer Mannschaft, die wo den Fußball nicht mächtig ist?“) Schade, denn die Pressekonferenz nach dem Duell der Trainer, die nicht wissen, was sie sagen, wäre in die Geschichte eingegangen. Anschließend wären sie losgezogen in die Kneipen Unterhachings – nach dem Motto, das Basler schon als Spieler bei Niederlagenserien beherzigte: „Vielleicht sollten wir mal einen saufen gehen und uns gegenseitig auf die Fresse hauen.“

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