DIE NIEDERLAGE DER FÜCHSE IN MAGDEBURG : Ein Angriffstrio ohne Torgefahr

Es kommt manchmal auf den Betrachter an, wie die Tabelle der Handball-Bundesliga interpretiert wird. So bereitet der drittletzte Platz des Aufsteigers Füchse Berlin dem einen noch keine Sorge, weil in der Saison erst sieben Spiele vorbei sind. Dem anderen aber, der die Leistung dahinter analysiert, stellen sich viele Fragen. Zum Beispiel, ob die Aufbaureihe der Füchse im zu erwartenden Abstiegskampf den Ansprüchen genügen kann. Auch beim 23:31 (13:20) gegen den derzeit nur Mittelklasse darstellenden SC Magdeburg wurde deutlich, dass von dieser Dreierformation keine Durchschlagskraft ausgeht. Die Schwachstelle befindet sich keinesfalls nur auf Halbrechts, wo sich das Fehlen des verletzten Niederländers Mark Bult negativ auswirkt. Seine Rückkehr in vielleicht zwei bis drei Wochen als große Wende anzukündigen, Bult in die Rolle des alleinigen Heilsbringers zu drängen, ist mehr Zweckoptimismus. Die Füchse haben vor allem auch ein Problem im halblinken Aufbau. Dort, wo der erfahrene Frank Schumann seiner Bestform und den eigenen Ansprüchen hinterherrennt, wo der junge Toni Kern über hoffnungsvolle Ansätze nicht hinauskommt, fehlt es wie auf der anderen Seite an Klasse. Auch andere Defizite sind wieder deutlicher geworden: Der Ägypter Hany El Fakharany ist im Angriff nur Mitläufer. Und der Regisseur? Ob Kjetil Strand oder Pavel Prokopec, in Magdeburg gingen von ihnen kaum Impulse aus. Hinzu kam die angewandte Auswechselmethode zwischen Deckung und Angriff. Bei drei Spielern verzichtet Trainer Jörn-Uwe Lommel von vornherein auf das Konterspiel. Das war eine der großen Stärken in der Zweiten Liga. Unter diesen Vorzeichen ist der drittletzte Tabellenplatz der Füchse in erster Linie wohl ein deutliches Warnsignal. Hartmut Moheit

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