• Die Niederlagen der Berliner hinterlassen Spuren: Es knirscht im Gefüge der Eisbären

Die Niederlagen der Berliner hinterlassen Spuren : Es knirscht im Gefüge der Eisbären

Stefan Ustorf, Sportlicher Leiter der Eisbären, bemängelt die fehlende Entschlossenheit der Berliner Spieler.

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Alle mal herhören. Eisbären-Trainer Uwe Krupp hat Redebedarf.
Alle mal herhören. Eisbären-Trainer Uwe Krupp hat Redebedarf.Foto: dpa

Stefan Ustorf war so ein Spieler, der auf dem Eis da hinstürmte, wo ihm schlimmstenfalls ein Puck um die Ohren fliegen konnte. Das ist dem einstigen Eishockeyprofi dann auch in seiner Karriere passiert. Vielleicht – was seine Gesundheit betrifft – zu häufig, denn mit den Folgeschäden seiner im Sport erlittenen Gehirnerschütterungen hat Ustorf bis heute zu kämpfen. Der Sportliche Leiter der Eisbären bereut aber nichts, was er auf dem Eis gemacht hat: „Wer im Eishockey gewinnen will, der muss sich durchsetzen können. Mit letzter Entschlossenheit.“ Genau die fehlt ihm im aktuellen Team der Eisbären, das nach dem 0:2 am Sonntag in Köln dem Ende der Hauptrunde in der Deutschen Eishockey-Liga entgegentaumeln. Ustorf sagt: „Wir haben fünf von 25 Auswärtsspielen gewonnen, das ist eine erbärmliche Quote.“

In Köln gab es die elfte Auswärtsniederlage in Folge. An sich könnten die Eisbären die Pre-play-offs abschenken, denn sie werden gemessen an der Tabellensituation als Zehnter kein Heimrecht in einem womöglich entscheidenden dritten Spiel haben. Trainer Uwe Krupp sagte, was seine Mannschaft momentan versuche, sei „zu wenig“. Kurz zuvor hatten seine Spieler Marcel Noebels und Jonas Müller das Spiel in Interviews schöngeredet, O-Ton Müller: „Wir haben gut gespielt. Nur in Überzahl haben wir einmal nicht aufgepasst.“ Trainerstab, Offizielle und Spieler sprechen nicht immer im gleichen Tonfall. Ein Indiz für Risse im Gefüge der Eisbären – alles andere wäre angesichts der aktuellen Lage auch überraschend. Wer will schon gemeinsam, aber gutgelaunt in den Untergang marschieren?

Die Qualität des Teams reicht nicht, um oben mitzuspielen

Was den Stab betrifft, haben die Berliner versucht, mit Stephane Richér als Co-Trainer einen Impulsgeber zu verpflichten. Von den Resultaten her hat es nichts gebracht. Obwohl Ustorf sagt: „Nun haben wir ein Augenpaar mehr, das sieht, was falsch läuft.“ Aber die Qualität der Mannschaft reicht kaum aus, um ernsthaft oben mitspielen zu können. Daran können die Eisbären in dieser Saison wohl nichts mehr ändern, nachdem die beiden hastig verpflichteten Angreifer Charles Linglet (vier Spiele, null Tore, null Vorlagen) und Louis-Marc Aubry (drei Spiele, zwei Mal null) ihre Rolle als stürmende Feuerwehrmänner nicht erfüllen können.

Da die Konkurrenz im Kampf um Platz zehn am Sonntag gepatzt hat, können die Eisbären weiter mit der an sich unter ihren Ambitionen liegenden Pre-play-off-Qualifikation rechnen. Zum Glück geht es für sie am Freitag mit dem ersten von noch drei Heimspielen von den insgesamt letzten vier Spielen der Hauptrunde weiter. Gegen Bremerhaven sagt Ustorf, müsse „ein Pflichtsieg“ her. Wer das bei den Spielern anders sehe, „soll besser zu Hause bleiben“.

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