Sport : „Die Norm ist erfüllt“

Bewerbungschef Gegenbauer über Istaf und WM

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Viele Zuschauer, tolle Stimmung – hat Berlin den Zuschlag für die LeichtathletikWM 2009 nach dem Istaf jetzt sicher?

Natürlich nicht. Wir sind jetzt wieder vollwertiges Mitglied der Golden-League-Familie, in den letzten zwei Jahren wurden wir ja doch mit viel Wohlwollen von der Golden League betrachtet.

Sie werden aber jetzt nicht noch behaupten, dass Berlins Chancen gesunken sind.

Sehen Sie, es war ein schöner Leichtathletik-Sonntag, ein wunderbarer Tag. Natürlich sind die Chancen nicht gesunken, das wäre nur passiert, wenn wir kein funktionierendes, gut besuchtes Istaf hinbekommen hätten. Aber das, mit Verlaub, ist ja nur die Norm, das Selbstverständliche, was wir zu leisten hatten.

Sie haben noch keine Rückmeldung von den Council-Mitgliedern bekommen?

Nein, das ist auch nicht nötig. Diese Mitglieder sind diplomatisch weltweit unterwegs. Die freuen sich, dass Berlin jetzt ein funktionierendes Meeting hat.

Was ist jetzt zu tun, damit bei der Bewerbung im Dezember nichts schief geht?

Demnächst kommt die Evaluierungskommission des Leichtathletik-Weltverbandes. Da wollen wir die Vorzüge Berlins deutlich machen. Dann werden wir an unserer fundierten, professionellen Vorstellung für den Entscheidungstag in Helsinki am 5. Dezember arbeiten. Und wir werden verhindern, dass einer so tut, als ob wir den Zuschlag schon haben.

Warum ist die Leichtathletik-WM eigentlich wichtig für Berlin?

Die WM ist eines der größten Sportereignisse der Welt. Wir haben die Verpflichtung, solche Events in das mit viel Geld ausgebaute Olympiastadion zu holen. Das ist nicht allein für Berlin wichtig, sondern für die Sportnation Deutschland, dass hier eine Veranstaltung im olympischen Kernsportbereich stattfindet.

Wenn man irgendwann IOC-Mitglieder überzeugen will, Olympia nach Berlin zu vergeben, ist die WM eine gute Übung?

Wenn sie eine Leichtathletik-WM erfolgreich durchführen – das wäre eine gute Visitenkarte.

Das Gespräch führte Armin Lehmann.

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