Sport : Die Offensivmaschine

Alba Berlin überrennt Leverkusen und spricht wieder vom Titel

Benedikt Voigt

Berlin. Zwischen zwei Autogrammen malte Szymon Szewczyk im Vorraum der Max-Schmeling-Halle eine Acht in Brusthöhe in die Luft. „Meine Nummer“, sagte der Basketballer von Alba Berlin dazu. Diese Acht aber sei auch sein großes Ziel in dieser Saison: Mit dem neuen Klub in der Bundesliga die achte Meisterschaft in Folge zu gewinnen. „Keine Sorge“, sagte der Pole, „wir schaffen das.“

Nach jenem denkwürdigen Spiel am Freitagabend ist das alles andere als eine kühne Prognose. Beim 112:82 über die bedauernswerte Mannschaft von Bayer Leverkusen spielten sich die Berliner in einen Punkterausch, der seinesgleichen sucht. Innerhalb von drei Vierteln hatten die Berliner bereits 100 Punkte erzielt. Von der 14. bis zur 30. Spielminute flogen den jungen Leverkusenern 64 Punkte um die Ohren. „Wir sind hier mächtig vorgeführt worden“, sagte Leverkusens Trainer Heimo Förster. Lediglich im letzten Abschnitt ließen es die Berliner langsamer angehen und verhinderten damit einen neuen Punkterekord. „Das war einmalig“, sagte Rödl, „ich kann mich nicht an ein ähnliches Spiel erinnern.“

Aus den Basketballern von Alba Berlin, die einst für intensive Verteidigung bekannt waren, scheint eine Offensivmaschine geworden zu sein. „Wir haben sehr viel Talent in der Offense“, sagte Henrik Rödl. Gegen Leverkusen punkteten Stanojevic (29), Petrovic (21), Best (19), Collins (13), Pesic (11) und Szewczyk (10) zweistellig. Doch die eigentliche Ursache für die vielen Punkte sieht Trainer Emir Mutapcic in der Verteidigung, die Leverkusen 18 Ballverluste bescherte. „Wir haben wieder mehr Spaß in der Defense“, lobte der Trainer.

Sein Team, das vor drei Wochen im Pokal gegen Frankfurt noch auseinander gefallen war, präsentiert sich längst als durchweg geschlossene Mannschaft. Elf Spieler konnte Emir Mutapcic einsetzen. „Das ist unsere Qualität“, sagte der Trainer

Die Gegner in der Bundesliga müssen Alba in der Verfassung vom Sieg über Leverkusen fürchten. Doch noch immer sind es sieben Spiele, bis die Play-offs beginnen. „Die Mannschaft hat uns immer wieder überrascht in dieser Saison“, warnt Rödl. Und auch Szewczyk ist skeptisch. „Wir werden bis dahin auch noch Spiele verlieren.“ Nach dem Auf und Ab dieser Saison kann man dem neuen Frieden bei Alba offenbar noch nicht richtig trauen.

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