Sport : Die Party ist vorbei

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Endlich wird wieder gespielt in Italien. Der Streik ist beendet, heute Abend startet Miroslav Klose mit Lazio Rom beim Meister AC Mailand in die Saison. Also tutto bene?

Nein, denn die Probleme wurden nur aufgeschoben. Die vorläufige Einigung ist nur auf eine Saison befristet. Dazu drohen die beiden Hauptstreitthemen schon bald wieder hochzukochen: Die Regierung Berlusconi hat nach Generalstreiks einen Rückzieher gemacht und will doch wieder eine Reichensteuer einführen. Die Fußballer müssten zusammen 35 Millionen Euro zahlen. Wer soll die Rechnung begleichen? Die Spieler? Oder zahlen die Klubs ihnen wie bisher die Steuern?

Nicht nur darüber wird bald wieder gestritten. Man will sich demnächst auch noch mal wegen des zweiten Konfliktthemas zusammensetzen: Die Klubs wollen nach wie vor ungewollte und hoch bezahlten Spieler vom Mannschaftstraining ausgliedern. Um sie wegzumobben, klagen die Gewerkschafter.

Die ungelösten Fragen zeigen, was für ein wackeliges Gebilde der italienische Fußball ist. Jahrelang feierten die Klubs eine teure Transferorgie, ließen dabei ihre Stadien vergammeln, viele vernachlässigten das Merchandising. Die fehlenden Einnahmen aus dem Fußball-Kerngeschäft waren nicht weiter schlimm, ein Mäzen hat ja noch immer alles ausgeglichen. Genau das geht durch das Financial Fair Play künftig nicht mehr. Nun wollen die Klubs an teuren Spielern sparen, aber die Kicker pochen auf ihren Verträge.

Che bello, dass wieder gespielt wird. Die Frage lautet nur, wie lange noch.

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