Sport : Die Pfälzer Großfamilie Spenden der Spieler retten Lautern – zumindest vorerst

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Einzigartiges hat sich beim 1. FC Kaiserslautern ereignet. Durch eine Spendenaktion haben die Spieler des FußballBundesligisten den Verein mit 1,5 Millionen Euro vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt. Zudem verhinderte die Auszahlung eines von der Lotto Rheinland-Pfalz bewilligten Darlehens über 5 Millionen Euro für die Transferrechte an Miroslav Klose die Insolvenz.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident und bekennende FCK-Fan Kurt Beck war begeistert vom Engagement der Spieler und wertete es als „Zeichen der Verbundenheit mit dem Verein und als Ermutigung dafür, dass von nun an alle an einem Strang ziehen“. Ähnlich denkt auch der Notvorstand des Klubs, René C. Jäggi. „Das wird uns auch sportlich einen Schub geben“, sagte der Schweizer.

Mario Basler und Kapitän Thomas Hengen hatten die Aktion gestartet. Vor allem der gebürtige Pfälzer Basler begeisterte mit einer laut Vorstandsmitglied Gerhard Herzog „einmaligen Rede“ seine Mitspieler und auch Erik Gerets, den Trainer. „Der FCK steht seit Jahren für eine große Familie, und das wollten wir mit der Aktion zum Ausdruck bringen“, sagte Torhüter Georg Koch.

Jäggi lobte den Charakter des Teams. „Die Spieler sind durch die Krise zusammen gerückt. Es gibt wieder eine Mannschaft mit Zielen: Verhinderung des Konkurses und des Abstiegs.“ Auch die Hilfe durch den Lotto-Konzern hat für von Beck eine besondere Bedeutung: „Es zeigt, dass alle sehen, dass der FCK ein Imageträger für das ganze Land ist.“ Lotto-Geschäftsführer Hans-Peter Schössler gab allerdings zu, dass die Landesregierung mit Beck an der Spitze „positiven Druck“ bei der Bewilligung des Darlehens ausgeübt habe.

Trotzdem hat der Klub noch 17,8 Millionen Euro Schulden. Das Darlehen verbessert aber die Position bei den anstehenden Verhandlungen mit Banken über zinsgünstige Kredite für den Ausbau des Fritz-Walter-Stadions zur WM-Arena. „Ende kommender Woche sollte alles geklärt sein“, sagt Jäggi. dpa

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