Sport : Die Pinguine wollen die Capitals heute müde spielen

Claus Vetter

Die Rechenexempel von Michael Komma lassen auf spannende Tage schließen. "Die Stimmung in der Mannschaft ist gut, wir sind nach den zwei Spielen von uns überzeugt", sagt der Trainer der Capitals. "Für die nächsten drei Spiele haben wir genügend Selbstvertrauen." Kommas Aussage als Gradmesser genommen bedeutet, dass die Viertelfinal-Serie zwischen seinem Team und den Krefeld Pinguinen mitnichten am Sonntag Geschichte ist. Heute müssen die Berliner zum zweiten Mal in der Krefelder Rheinlandhalle antreten, nach dem 1:2 vom Freitag konnten die Charlottenburger beim 5:4 am Sonntag in der nach dem Modus "Best of five" gespielten Serie ausgleichen.

Die Rechnereien von Komma, sind sie nur Zweckoptimismus oder Kalkül? Der Trainer der Capitals weiß, dass er aufgrund seiner Personalsorgen heute mit der Außenseiterrolle Vorlieb nehmen muss. Hiller und Gross sind gesperrt, Ehlers ist verletzt, Ulrich (Erkältung) und Cimetta (Knieprobleme) sind gesundheitlich angeschlagen. Komma kann also derzeit nicht mehr als drei schlagkräftige Sturmreihen aufbieten. "Es kann sein, dass wir mit der Besetzung das Spiel nicht gewinnen", rechnet Komma vor. "Aber am Sonntag sind Hiller und Gross wieder dabei, dann gewinnen wir und haben am Dienstag ein fünftes Spiel."

Beim Gegner nimmt man derlei Zahlenspielereien eher gelassen. "Die Antwort gibt es auf dem Eis", glaubt Thomas Brandl zu wissen. Der Kapitän der Krefelder kann da allerdings zumindest heute nicht tatkräftig mitwirken, Brandl ist - genau wie Mannschaftskollege Rymsha - nach der Massenkeilerei vom Sonntag gesperrt. Macht nichts, vier komplette Sturmreihen könne man trotzdem aufbieten, meint Pinguine-Trainer Doug Mason. Somit könne man mit den Kräften besser haushalten und sei natürlich im Vorteil. "Wir müssen die Berliner müde spielen."

"Das ist eben die Krefelder Denkweise", kontert Komma. "Dabei hat das überhaupt nichts mit Kraft zu tun, sondern ist vor allem eine Kopfsache." Ähnlich sehen es die Spieler der Capitals. Natürlich werde die heutige Aufgabe nicht einfach, weiß Niklas Hede. Aber angesichts des kleinen Kaders werde man eben näher zusammen rücken, sagt der Stürmer der Capitals. Wichtig sei nun mal, dass man Freude an der Arbeit habe, und dies sei bei allen der Fall. "In den Play-offs macht es einfach Spaß. Da denkt endlich keiner mehr an Punkte oder Verträge", meint der Finne.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben