Sport : Die Psychologie des Außenseiters

Die Hamburg Freezers versuchen, die Eisbären vor dem dritten Viertelfinale zu verunsichern

Claus Vetter

Berlin. Es sind Play-offs in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Und das heißt, dass es nun nicht nur auf dem Eis ein wenig heftiger als vorher zur Sache geht. Erst recht, wenn sich die Angelegenheit für den Außenseiter nicht als so chancenlos entpuppt. Bei den Hamburg Freezers jedenfalls geht es nach deren Ausgleich zum 1:1 in der nach dem Modus Best of seven gespielten Viertelfinalserie gegen die Eisbären richtig rund. So gab etwa Geschäftsführer Boris Capla zum Besten, dass der Hamburger Siegeswille größer sei. Und Stürmer Ted Crowley, zweifacher Torschütze beim Hamburger 6:5-Erfolg über die Berliner am Donnerstag, ist sich nun sicher: „Wir können die Eisbären schlagen.“

Dass neben verbaler Kraftmeierei noch ein paar andere Mätzchen veranstaltet werden, versteht sich von selbst: Laut den Freezers wird beim dritten Spiel der Serie am Sonntag eine Rumpftruppe von den Eisbären in der Deutschlandhalle (14.30 Uhr, live bei Premiere) empfangen werden. Vier Spieler sind bei den Freezers angeblich verletzt. „Ich wette, dass die alle nach Berlin kommen“, sagt Peter John Lee. Zumindest im Falle Jason Miller (Bänderriss) könnte der Eisbären-Manager da schief liegen. Trotzdem, Lee hat erkannt, was die Stunde geschlagen hat. „Ob sie nun öffentlich über ihre verletzten Spieler weinen oder uns verbal angreifen – die nutzen jede kleine Nische, um uns zu irritieren oder zu provozieren.“

Obwohl sich Lee über das Hamburger Verhalten aufregt, haben sich die Berliner noch keine Gegentaktik ausgedacht. Sonnabend wurde bei den Eisbären immer noch vorrangig über den Schiedsrichter beim Spiel in Hamburg diskutiert. Die Berliner fühlten sich benachteiligt. „Wir müssen wohl disziplinierter als Hamburg spielen“, sagt Lee. „Vielleicht bekommen wir dann endlich mal nicht mehr Strafminuten als die Freezers.“

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