Sport : Die Rache des großen Mannes

Mathias Klappenbach

über eine neue Einnahmequelle für Uli Hoeneß Muhammad Ali gegen Joe Frazier, Graciano Rocchigiani gegen Henry Maske, FC Bayern München gegen FV Olympia Laupheim. Die Sportgeschichte ist voller spektakulärer Revanchekämpfe.

Vor zwei Wochen trat der FC Bayern München zu einem Testspiel beim Fünftligisten Laupheim an – und verlor mit seiner besten Elf 0:2 gegen die Amateure. Jetzt fordert Bayern-Manager Uli Hoeneß Revanche.

Das Bedürfnis nach Rache ist laut Definition eine instinktive Abwehrreaktion gegen den Verursacher von Leid. Mit Rache wird erlittenes Unrecht durch Zufügung eines gleichwertigen Übels am Täter vergolten. Allein deshalb ist Laupheim für den FC Bayern satisfaktionsfähig, der Vordenker Uli Hoeneß will aber vielleicht noch etwas anderes. Er hat von der Boxbranche gelernt, in der viel Geld mit diesem menschlichen Urtrieb verdient wird. Für den ersten K.o. kassierten die Bayern 70 000 Euro Antrittsgage, für den Rückkampf will Hoeneß jetzt schon 100 000. Die aber nur für den Fall eines Sieges. Dann gäbe es ja noch den dritten Kampf, um den wahren Champion zu ermitteln – wie bei Ali gegen Frazier.

Ein Modell mit großer Vergangenheit und großer Zukunft. Schon lange träumt Hoeneß davon, die Spiele seines Vereins einzeln zu vermarkten. Die Einnahmen bei einer Sofort-Revanche nach der 1:4-Niederlage in Leverkusen lägen wohl im Bereich einer Gage von Ali. Falls die Bayern in diesem Jahr wieder früh in der Champions League ausscheiden sollten, wären für solche Duelle dienstags und mittwochs noch viele Termine frei.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben