Sport : Die Rangliste der Rabenväter (Glosse)

Dietmar Wenck

Die größte Schlag-Kraft im Frauentennis, das behaupten böse Menschen, haben noch immer die Väter der Spielerinnen. Damit sind nicht jene Schlagzeilen gemeint, die einst Peter Graf mit seinen eigenwilligen Geldtransaktionen im Jutesäckchen machte. Dass ähnliche Methoden mit variierten Transportmitteln, aber einer ähnlichen Zielsetzung auch in politischen Kreisen in unserem Lande schon mal vorkommen können, wird seit Wochen ein paar Seiten weiter vorn in der Zeitung ausführlich geschildert. Immerhin sind Prügelszenen im Bundestag noch nicht vorgekommen.

Das ist im Frauentennis anders. Zu trauriger Berühmtheit gelangte etwa Jim Pierce, Vater der schönen Mary, der wegen seiner Unflätigkeiten und handgreiflicher Missetaten zeitweise kein Stadion mehr betreten durfte. Auch Richard Williams, dessen kräftige Töchter Venus und Serena im Armdrücken für manchen Kerl keine angenehmen Gegnerinnen sein dürften, werden Zuchtmeister-Qualitäten nachgesagt.

Jetzt gibt es einen neuen Aspiranten auf Spitzenpositionen in der Weltrangliste der Rabenväter. Damir Dokic, dessen reizender Spross Jelena sich in Melbourne gerade als schlechte Verliererin präsentiert, hat einem Filmteam auf offener Straße ein Mikrofon geklaut. Vergangenes Jahr beschimpfte er Turnierveranstalter in England als Nazis und legte sich im Suff auf eine Straße, bis ihn die Polizei einsammelte.

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