Sport : Die reale Demontage des FC Valencia

Madrid gewinnt nach Toren von Morientes, McManaman und Raul mit 3:0

Real Madrid hat eine verpfuschte Saison triumphal abgeschlossen und sich den nahezu lebenswichtigen Verbleib in der Champions League gesichert. Durch ein verdientes 3:0 (1:0) im spanischen Finalduell gegen den FC Valencia setzten sich die "Königlichen" gestern Abend vor 73 000 Zuschauern im ausverkauften Stade de France im Pariser Vorort St. Denis zum achten Mal in ihrer Vereinsgeschichte Europas Fußballkrone auf. Morientes, McManaman und Raul erzielten die Treffer für Real, die dem hoch verschuldeten Klub zwölf Millionen Mark Preisgeld in die Kasse brachten. Insgesamt verdiente das Team von Trainer Vicente del Bosque in dieser Champions-League-Saison rund 70 Millionen aus dem mit insgesamt einer Milliarde Mark gefüllten Prämientopf der Uefa.

Während sich die Endspiel-erfahrenen Madrider den Erfolg durch eine abgeklärte Vorstellung verdienten und trotz des fünften Platzes in der Meisterschaft auch in der kommenden Saison wieder in der Eliteklasse spielen, ging Valencias Kontertaktik nicht auf. Leidtragender des Madrider Finalsiegs ist Real Saragossa, das als Vierter der Primera Division aus der Champions League in den Uefa-Pokal absteigt. Für Valencias Trainer Hector Cuper endete auch das zweite Finale binnen zwölf Monaten mit einer Niederlage. Vor einem Jahr hatte der Argentinier mit RCD Mallorca das Uefa-Pokalendspiel gegen Lazio Rom mit 1:2 verloren.

Jeweils 25 000 mitgereiste Anhänger unterstützten die Kontrahenten im ersten spanischen Finale in der 45-jährigen Geschichte des Landesmeister-Wettbewerbs leidenschaftlich, doch Rückenwind erhielt dadurch zumeist Real Madrid. Der 27fache Spanische Meister erkämpfte sich in der ersten Halbzeit durch die Übersicht der Regisseure Redondo und Raul ein Übergewicht im Mittelfeld und ein Plus an Torchancen. Der FC Valencia verließ sich im 17. Champions-League-Spiel der Saison auf seine Abwehr und Konter, kam damit aber nicht wie erhofft zum Zuge, weil zu viele Fehler im Aufbau passierten. Zudem rieb sich Mendieta in Zweikämpfen mit Roberto Carlos auf.

In einem Finale, dem das große Flair fehlte, besaß Anelka die erste Chance, Real in Führung zu bringen. Der gebürtige Pariser scheiterte in der 16. Minute mit einem Kopfball an Valencias Schlussmann Canizares. Der ehemalige Keeper von Real Madrid war auch glänzend auf dem Posten, als McManaman volley von der Strafraumgrenze aus abzog. Beim Führungstor durch Morientes war aber auch Canizares machtlos. Nach einer Flanke von Salgado reagierte der Real-Stürmer schneller als sein Bewacher Djukic und köpfte ein. Bei der besten Gelegenheit für Valencia in den ersten 45 Minuten versagten Mendieta im Abschluss die Nerven. Anelka, mit zwei Toren in den Halbfinal-Duellen gegen Bayern München Garant für die Endspielteilnahme der "Königlichen" bescherte Canizares vier Minuten nach der Pause die nächste Prüfung. Während Real weiter zielstrebig und konzentriert sein Pensum abspulte, reagierte die Mannschaft von Trainer Cuper, die sich erst über die Qualifikation einen Platz in der Champions League erkämpfen konnte, mit überhasteten Aktionen auf den Rückstand. Als McManaman mit einem artistischen Schuss das 2:0 gelungen war, brachen bei Valencia alle Dämme. Mit einem 70-Meter-Solo gegen die aufgerückte Anwehr des geschockten Gegners machte Raul acht Minuten später für den Rekord-Europacupsieger alles klar.

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