Sport : Die Reihen nicht geschlossen

Robert Ide

wundert sich über die Abwehr der Nationalmannschaft Wer soll die deutsche Fußball-Nationalmannschaft noch aufhalten? Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat trotz interner und externer Widerstände gegen ihn sein Lachen nicht verloren. Nordirland, immerhin 113. der Weltrangliste, wurde am Wochenende mit nur zehn Spielern klar geschlagen. Und gegen Bayern München muss das Team nicht mehr antreten.

Nach dem Sieg in Belfast muss allerdings eine kritische Frage erlaubt sein: Wer soll die anderen Mannschaften aufhalten? Die Abwehr des Nationalteams tut sich mit ihrer Arbeit schwer. Patrick Owomoyela agiert auf der rechten Seite selten souverän. Thomas Hitzlsperger leistet sich auf der linken Seite oft Stellungsfehler. Und Robert Huth fiel in Nordirland nur als Torwart auf.

Schon beim Testspiel in München gegen die Bayern waren Klinsmanns hintere Reihen nicht immer fest geschlossen. Ein Wunder ist das eigentlich nicht. Hitzlsperger spielt in seinem Verein lange nicht so defensiv, wie er im Nationaltrikot soll. Owomoyela war in Bielefeld international nicht gefordert und Huth bei Chelsea oft nicht gefragt. Nun ruhen die Hoffnungen auf Per Mertesacker, 20 Jahre jung und aus Hannover.

Den Gegner müde laufen und weggrätschen, das war mal eine deutsche Stärke. Im Zweifel kam das Nationalteam meistens durch errempelte und errumpelte 1:0-Siege in die Finals großer Turniere. Nun hat Jürgen Klinsmann mit Mut und Optimismus das offensive Spiel belebt, nun hat das Mittelfeld im überragenden Michael Ballack seinen Organisator gefunden. Doch vor dem Konföderationen-Pokal wird offenbar: Deutschlands Fußball fehlt noch ein erfahrener Organisator – vor dem eigenen Tor.

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