Sport : Die Reue des Wiederholungstäters

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Stefan Hermanns über die Anzeige

gegen Oliver Kahn

Es gibt also doch noch Menschen mit ausgeprägtem Rechtsempfinden. Menschen, die gegen ungerechtfertigte Privilegien kämpfen, gegen Großkopfete, die glauben, dass sie sich alles erlauben könnten, ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen. Bei der Staatsanwaltschaft ist eine Strafanzeige gegen Oliver Kahn eingegangen. Der Vorwurf: Körperverletzung. Das Opfer: Thomas Brdaric, Stürmer bei Bayer Leverkusen. Kahn hatte Brdaric am Nacken gepackt und kräftig durchgeschüttelt. Das Opfer klagte hinterher, es habe Angst um sein Leben gehabt. Offenbar aber war Brdaric so eingeschüchtert, dass er vor juristischen Schritten zurückschreckte. Das hat nun ein normaler Bürger übernommen, der die Klage einreichte. Zu einem Verfahren wird es wohl nicht kommen – obwohl Kahn Wiederholungstäter ist. Dem Dortmunder Heiko Herrlich hat er einst am Hals geknabbert, Peter van Houdt von Borussia Mönchengladbach hat er ordentlich durchgerüttelt, und auch Dick van Burik hat am vorigen Wochenende erfahren, wie das ist, wenn der Nationaltorhüter vom FC Bayern böse wird. Kahn jedoch zeigt keine Reue. „Wenn nicht langsam Schluss ist, schlage ich zurück“, hat er schon gesagt. Reicht das eigentlich für eine Anzeige wegen Nötigung?

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