Sport : Die Ruhe vor den Play-offs Die Eisbären warten auf ihren Viertelfinal-Gegner

Katrin Schulze

Berlin - Nur ein kleines Stück Papier weist Don Jackson den Weg. Es klebt an der Wand seines Büros im Berliner Sportforum und erinnert den Mann mit dem lichten Haar immer wieder an sein Motto. „Kontrolliere nur das, was du kontrollieren kannst“, prangt in dunklen Lettern auf dem Zettel. „Und danach gehe ich vor“, sagt der Eisbären-Trainer. Streng genommen könnte sich Jackson demnach in den nächsten Tagen ausruhen, schließlich hat seine Mannschaft keinen Einfluss mehr auf die kommenden Ereignisse in der Deutschen Eishockey-Liga. Sie steht sicher auf dem zweiten Platz und muss heute – am letzten Spieltag der Hauptrunde – zusehen, wie die anderen Teams die Play-off-Plätze unter sich aufteilen.

Zehn Tage müssen die Eisbären pausieren, bevor sie am 18. März in ihr erstes Viertelfinalspiel gehen. „Das ist nicht unbedingt günstig“, sagt Torwart Rob Zepp, „weil die Gefahr besteht, dass man aus dem Rhythmus kommt.“ Sein Chef sieht das durchaus anders. „Wir werden in der Pause ein ausgewogenes Training absolvieren, das uns perfekt auf die Endrunde vorbereitet“, sagt Jackson. Außerdem könnten sich angeschlagene Leistungsträger wie Steve Walker, der sich beim 2:1-Sieg über Mannheim am Freitagabend eine Blessur am Knie zuzog, bis dahin wieder regenerieren.

Überhaupt blickt Jackson im Hinblick auf die verletzungsbedingten Ausfälle positiv auf die Saison zurück. Das Fehlen von Führungsspielern wie Mark Beaufait oder Denis Pederson hätte die Mannschaft vor eine „große Herausforderung“ gestellt , die sie jedoch sehr gut gelöst habe. Wie? Mit einer Mischung aus „Leadership and Character“ wie es im Sprachregister Jacksons heißt – also einer gelungenen Kombination aus Verantwortungsbewusstsein und Persönlichkeit: Stefan Ustorf und Steve Walker als erfahrene Spieler, die das Team mitreißen, auf der einen Seite und als deren junges Pendant Talente wie Alexander Weiß und Florian Busch, die nun auch über eine komplette Saison Konstanz zeigen. Trotzdem schwingt bei der Lobeshymne des Berliner Trainers ein bisschen Wehmut mit, weil „wir unser erklärtes Ziel, Erster zu werden, nicht erreicht haben“. Jetzt müsse sein Team eben in den Play-offs beweisen, dass es das beste der Liga ist.

Auf wen die Eisbären im Viertelfinale treffen, wird sich allerdings erst in der kommenden Woche entscheiden, wenn die Play-off-Qualifikation zwischen dem Siebten und dem Zehnten der Tabelle ausgespielt wird. Düsseldorf, Hamburg oder Hannover könnten es werden. Eine der genannten Alternativen fürchten sie bei den Berlinern wohl besonders. Denn während die Eisbären gegen die Düsseldorfer EG und die Hannover Scorpions drei von vier Saisonspielen gewinnen konnten, holten sie gegen die Freezers aus Hamburg gerade einmal zwei Punkte – die schlechteste Bilanz überhaupt. „Hamburg ist immer schwer zu spielen“, sagt Kapitän Walker. Aber immerhin können die Eisbären den Ausgang dann wieder selbst beeinflussen.

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