• Die Scheibe muss nicht immer zum Center - Frederik Stillman ist heute nicht mehr leichtgläubig

Sport : Die Scheibe muss nicht immer zum Center - Frederik Stillman ist heute nicht mehr leichtgläubig

Claus Vettter

Früher, erzählt Frederik Stillman, sei es mitunter lustig an der Jafféstraße zugegangen. "Der Georg Holzmann war damals Kapitän", erinnert sich der Verteidiger der Capitals. "Der hat mir gleich zu Anfang erklärt, was ich zu tun habe. Du musst die Scheibe immer zum Center spielen", habe Holzmann gesagt, "so machen das die Verteidiger in Deutschland nun mal." 1995 war Stillman von Jönköping zu den Preussen Devils gewechselt. Nicht zum Lachen, sondern zum Eishockeyspielen: "Nachdem ich den Holzmann besser kannte, wusste ich, dass ich nicht alles glauben darf."

Aus dem Berlin-Aufenthalt wurde für Stillman nur ein kurzes Intermezzo, nach nur einem Jahr ging es wieder zurück in die Heimat. "Damals war ich dem Verein zu teuer", sagt der 33-Jährige. Als er Anfang dieser Saison nach Berlin zurückkehrte, kannte er bei den Capitals fast keinen mehr, die Mannschaft des Jahrgangs 1999 hat mit der von 1995 nichts mehr gemein. Für die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) gilt ähnliches. "Das Niveau ist viel höher als damals, heute hat hier jede Mannschaft drei gute Blöcke", hat der Schwede festgestellt. Mit den Preussen zog Stillman einst immerhin ins Halbfinale ein, wobei das Ausscheiden gegen Köln seinerzeit als großer Misserfolg betrachtet wurde. Diesmal liegt die Messlatte weit niedriger als 1995, und unter Druck setzen möchte man sich bei den Berlinern auch trotz des guten Saisonstarts nicht. "Unser Ziel ändern wir doch nicht, nur weil wir nach sechs Spielen Tabellenführer sind", sagt Verteidiger Martin Ulrich. Dass irgendwann ein Dämpfer kommt, sei klar. Allerdings sei damit heute gegen Nürnberg Ice Tigers (19.30, Eissporthalle Jafféstraße) nicht zu rechnen, meint Ulrich. Auch Mannschaftskamerad Jim Hiller glaubt nicht, dass die Capitals kurzfristig die Erfolgsspur verlassen. "Es gibt in der Liga viele Mannschaften, die nicht schlechter sind als wir. Was unseren Erfolg ausmacht, das sind Kleinigkeiten. Der Teamgeist stimmt, von größerem Verletzungspech sind wir bisher verschont geblieben", meint der Stürmer der Capitals.

Nicht zufrieden, sondern demonstrativ siegessicher gibt man sich indes in Hohenschönhausen. Heute müssen die Eisbären bei den Revier Löwen antreten und auf die Frage, wann die bisher als angenehme Gäste bekannten Berliner ihre Auswärtsmisere beenden, kontert Eisbären-Trainer Peter John Lee: "In Oberhausen ist es so weit." Sollte Lee Recht haben, dann würden Rob Murphy und Peter Hammarström beim ersten Auswärtssieg der Berliner fehlen. Jaroslav Kames, der heute im Tor steht, darf dagegen im Erfolgsfall mitjubeln, bei Sven Felski ist dies unwahrscheinlich. Gestern zog sich der Stürmer beim Training eine Oberschenkelzerrung. Bestätigt sich der Verdacht auf einen Muskelriss, droht Felski gar eine mehrwöchige Pause.

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