Sport : Die Schicksalsliga

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Der Tag vor dem Start in die Bundesliga-Rückrunde war ein schöner Tag. Zumindest für zwei Vereine aus der Zweiten Liga. Der eine, Hertha BSC, hat für die nächste Saison acht Millionen Euro in Aussicht gestellt bekommen von einer Gesellschaft, die unbekannt bleiben will. Damit könnten die Berliner ihre stolzen Verbindlichkeiten reduzieren und optimistischer in die Zukunft blicken. Der andere, 1860 München, ist froh, dass er überhaupt noch in die Zukunft blicken kann. Angeblich hat der FC Bayern seinem Lokalrivalen von der anderen Seite der Grünwalder Straße Schulden in Höhe von zwei Millionen Euro gestundet. Damit wird 1860 München wohl den von der Deutschen Fußball-Liga geforderten Liquiditätsausgleich von 5,25 Millionen Euro erbringen können. Ansonsten wäre 1860 pleite.

Die Zweite Liga ist für viele Traditionsklubs zur Schicksalsliga geworden. Hier scheiden sich ihre Wege. Je länger sie in der Zweitklassigkeit verweilen, umso schwieriger wird es, an die Existenz zu sichern. 1860 München und Arminia Bielefeld sind die besten Beispiele dafür, bei beiden Vereinen halten die Einnahmen nicht mehr mit den finanziellen Verpflichtungen der Vergangenheit mit. Nun droht die Insolvenz oder der Sturz in die Dritte Liga. Nur wenige fühlen sich in der Zweiten Liga wohl, ohne größere Ambitionen zu hegen. Es sind zumeist Klubs ohne ruhmreiche Vergangenheit und, zumindest im Moment, auch ohne große Zukunft: Rot-Weiß Oberhausen, Alemannia Aachen oder der 1. FC Union sind hier zu nennen. Der Aufsteiger Erzgebirge Aue kann sich Erfolge in der Zweiten Liga noch nicht mal leisten. Er ist durch die vielen Siege in der Hinrunde in Bedrängnis geraten, Aue musste seinen Spielern Punkteprämien zahlen, die gar nicht im Budget eingeplant waren.

Hertha BSC aber muss unbedingt in dieser Saison erfolgreich sein. Der Klub hat alle Planungen auf ein Comeback in der Ersten Liga ausgerichtet. Sollte das nicht klappen, droht den Berlinern das gleiche Schicksal wie 1860 München. Mit dem Unterschied, dass ein Lokalrivale in Berlin wohl nicht helfen kann.

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