Sport : Die Schlammschlacht

Dortmund erkämpft sich bei heftigem Regen ein 1:0 gegen Bochum

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Die Demonstration endete genau am Eingang zur Südtribüne: Rund 700 Anhänger von Borussia Dortmund hatten nach dem Rücktritt von Geschäftsführer Gerd Niebaum gefordert, dass auch Manager Michael Meier die Konsequenzen aus dem Dortmunder Finanzdesaster ziehe und zurücktrete. Sie hatten jedoch auch versprochen, „dass wir die Mannschaft im Stadion unterstützen wie noch nie“, wie Reinhard Beck, Vorsitzender der BVBFanabteilung sagte. So geschah es.

Die Fans standen tatsächlich geschlossen hinter ihrem Team. Doch zunächst hatten sie unter den 75000 Zuschauern im Westfalenstadion bange Minuten zu überstehen. Die Hintermannschaft der Gastgeber kam auf dem von heftigen Regenfällen sumpfigen Rasen mächtig ins Rutschen. Manndecker Christoph Metzelder erlebte „Szenen, die du in einem normalen Fußballspiel nicht erlebst“. Die Dortmunder hatten viel Glück, dass ihnen bei Bochumer Chancen im Minutentakt kein größeres Unheil als ein Pfostenschuss von Vratislav Lokvenc widerfuhr. Zudem versagte Schiedsrichter Hermann Albrecht Bochum einen klaren Foulelfmeter, als Torhüter Roman Weidenfeller Bochums Stürmer Filip Trojan im Strafraum von den Beinen holte.

Die Führung durch Jan Koller (21. Minute), der seinen vierten Treffer im vierten Rückrundenspiel erzielte, war äußerst schmeichelhaft. Erst danach konnte sich das Team von Trainer Bert van Marwijk aus der Umklammerung befreien und erspielte sich gute Gelegenheiten durch Christoph Metzelder, Sebastian Kehl und Lars Ricken. Auch in der zweiten Hälfte war Bochum bei der 52. Auflage des so genannten kleinen Revierderbys die spielerisch dominierende Mannschaft. Eine faire Behandlung durch das Schiedsrichtergespann wurde den Gästen aber auch nach dem Seitenwechsel verwehrt. Einem regulären Treffer von Lokvenc verweigerte Albrecht wegen angeblicher Abseitsstellung die Anerkennung. „Das war mittlerweile der zwölfte Punkt in dieser Saison, der uns vom Schiedsrichter genommen wird“, sagte Bochums Trainer Peter Neururer: „Das nimmt dir irgendwann den Mut.“

Dortmund verdiente sich den Sieg erst in der Schlussphase, als der BVB seine stärkste Phase hatte. Der unschöne Abschluss einer für sie äußerst unglücklichen Partie war eine üble Tätlichkeit des eingewechselten Bochumer Peter Madsen, der Christian Wörns sein Knie in den Unterleib rammte. „So etwas gehört sich nicht“, sagte Neururer, „darüber werden wir reden müssen.“

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