Sport : Die schönsten zehn Minuten

AC Mailand schlägt La Coruña 4:1 – Lyon verliert 0:2 in Porto

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Mailand/Porto (Tsp). Fast eine Halbzeit lang sah es nicht besonders gut aus für den Titelverteidiger in der Champions League. 1:0 führte Deportivo La Coruña beim AC Mailand seit der zwölften Minute durch ein Tor von Pandiani. In den folgenden 35 Minuten berannten die Italiener geradezu das Tor ihres spanischen Gegners, Chance reihten sie an Chance, doch sie trafen das Tor nicht. Dann kam die 45. Minute: Von der rechten Seite schlug Cafu eine Flanke in Deportivos Strafraum, Kaka, sein brasilianischer Landsmann, stoppte den Ball und schoss ihn mit dem rechten Fuß zum 1:1 ins Tor. Es war der Beginn eines Debakels für den Tabellenvierten der spanischen Primera Division. Am Ende hieß es im ViertelfinalHinspiel 4:1 für die Mailänder. Im zweiten Spiel des Abends gewann der FC Porto 2:0 gegen Olympique Lyon, den Klub des früheren Münchners Giovane Elber.

Der AC Mailand machte innerhalb von neun Spielminuten aus einem Rückstand einen Drei-Tore-Vorsprung. Dem Ausgleich in der letzten Minute vor der Pause folgte in der ersten Minute nach der Pause das 2:1 durch den Ukrainer Andrej Schewtschenko. Kaka erhöhte kurz darauf mit seinem zweiten Treffer auf 3:1 (49.), nachdem der starke Clarence Seedorf den Ball am Strafraum des Gegners erobert hatte. Gegen Kakas platzierten Schuss aus gut 17 Metern hatte La Coruñas Torhüter Molina keine Abwehrchance. Wenig später gelang Pirlo das 4:1 (53.). Nach diesen „zehn schönsten Minuten der letzten 20 Jahre“ („Gazzetta dello Sport“) besitzen die Mailänder einen beruhigenden Vorsprung für das Rückspiel in zwei Wochen.

Vor allem die Leistung des erst 21 Jahre alten Kaka begeisterte die 60 335 Zuschauer im Guiseppe-Meazza-Stadion. Der Brasilianer, der zu Saisonbeginn vom FC Sao Paulo nach Mailand gekommen war, schoss nicht nur zwei Tore, sondern glänzte mit viel Übersicht und klugen Pässen. Dafür gab es auch vom Trainer Lob. „Eine unglaubliche Vorstellung“, sagte Carlo Ancelotti. Die Spanier haben nach der deutlichen Niederlage dagegen offenbar resigniert: „Ein 1:4 ist zu viel gegen diese Mannschaft“, sagte La Coruñas Stürmer Alberto Luque.

Ähnlich zuversichtlich wie die Mailänder kann nun auch der FC Porto das Rückspiel angehen, der schon im Achtelfinale den großen Favoriten Manchester United aus dem Wettbewerb geschossen hatte. Die Portugiesen taten sich gegen Lyon zwar lange schwer, siegten am Ende aber verdient. Beim Führungstreffer in der 44. Minute hatte Deco ein wenig Glück, dass er von seinem Kollegen Carlos Alberte im Fünfmeterraum angeschossen wurde. Das 2:0 erzielte Ricardo Carvalho per Kopf nach einem Freistoß von der rechten Seite (71.). Von Lyon und Giovane Elber war in Porto dagegen wenig zu sehen. Olympique-Trainer Paul Le Guen hofft nun im Rückspiel auf eine Leistungssteigerung seiner Mannschaft: „Wir haben noch eine Chance. Warum nicht?“

Portos Stürmer Benni McCarthy sieht das allerdings anders: „Mit der Stärke, die in unserem Team steckt, ist es unmöglich, das Spiel noch zu verlieren“, sagte er. Nach dem Uefa-Cup-Sieg im vergangenen Jahr könnte Porto im Jahr der Fußball-EM im eigenen Land erstmals seit zehn Jahren wieder das Halbfinale der Champions League erreichen.

Sollten sich die Favoriten aus Mailand aus Porto in den Rückspielen durchsetzen, dann käme es schon im Halbfinale der Champions League in vier Wochen zu einer Art Supercup-Spiel: der Champions-League-Sieger AC Mailand gegen den Uefa-Cup-Gewinner FC Porto.

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