Sport : Die Schulden bleiben

1. FC Union profitiert nicht vom Urteil pro Kölmel

Karsten Doneck

Berlin – Die Meldung wurde eher beiläufig registriert. „Wir haben das zur Kenntnis genommen“, stellt Lars Töffling, der Sprecher des 1. FC Union, eher leidenschaftslos fest. Kein großer Jubel, keine Euphorie. Dass das Insolvenzverfahren gegen den Rechtevermarkter „Sportwelt“ vom Amtsgericht Weilheim aufgehoben worden ist, tangiert den 1. FC Union, der sich heute (14 Uhr, Alte Försterei) in der Fußball-Regionalliga mit Eintracht Braunschweig auseindersetzt, nicht sonderlich. Die Zeiten, in denen Michael Kölmel und die von ihm geführte Sportwelt mit Union eng – und finanziell einseitig zu Lasten Kölmels – verbandelt waren, sind Vergangenheit. Bereits im Frühjahr 2002 hatte sich Union von der Sportwelt die Vermarktungsrechte zurückgeholt.

Geblieben ist dagegen Unions Schuldenstand gegenüber Michael Kölmel. Neun Millionen Euro muss der Klub langfristig an den Unternehmer zahlen. Die Verträge sind allerdings geschlossen worden zwischen Union und Kölmels Media GmbH. Es handelt sich um langfristige Verbindlichkeiten. Erst vor der Saison, als Union um die Lizenz für die Regionalliga bangte, stockte Kölmel sein Darlehen noch einmal auf. 150 000 Euro soll er seinerzeit als Zuschuss gewährt haben. Denn sollte Union in die Insolvenz gehen, müsste Kölmel seine neun Millionen endgültig abschreiben.

Jürgen Schlebrowski, bei Union eine Art Übergangspräsident zwischen dem aus dem Amt gescheuchten Heiner Bertram und dem jetzigen ersten Mann, Dirk Zingler, hatte im Frühjahr verkündet: „Wir müssen unseren wirtschaftlichen Partnern zeigen, dass wir auch Geld zurückzahlen.“ Passiert ist das bisher nicht. „Es ist doch illusorisch, als Regionalligist Schulden zu tilgen“, sagt Töffling. Die Probleme wachsen weiter. Es laufen Zinsen auf: eine sechsstellige Summe, Jahr für Jahr.

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