Sport : Die schwache Liga

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Benedikt Voigt sucht den Verfolger

des FC Bayern München

Vielleicht liegt es daran, dass das Wort Vizemeister seit der vergangenen BundesligaSaison einen unangenehmen Klang besitzt. Seit sich Leverkusen der Meisterschaft verweigerte, bezeichnet dieser inoffizielle Titel nicht mehr nur die zweitbeste Mannschaft der Liga. Sondern auch die Mannschaft, die zu dämlich ist, Erster zu werden. Nun lässt sich vielleicht erklären, warum in dieser Saison niemand, aber auch gar niemand die Nummer zwei im Land sein will. Am vergangenen Wochenende versuchte Dortmund in Bielefeld sogar, den zweiten Platz zu verspielen, was freilich misslang, weil der Verfolger Stuttgart auf diesen Trick nicht hereinfiel. Und seinerseits durch eine Heimniederlage auf dem dritten Platz beharrte. Das wiederum wirkte sich punktemindernd auf andere Teams aus. Hamburg, Schalke und Bremen taten ebenfalls alles, um nicht in den Verdacht zu geraten, Verfolger des FC Bayern München genannt zu werden. Also nicht viel.

Nur Hertha BSC erinnert sich seines vor Saisonbeginn formulierten Anspruchs, eine Spitzenmannschaft zu sein, und nähert sich allmählich Rang zwei. Dass man diesen aber auch tatsächlich erreichen wolle, sagt in Berlin ebenfalls keiner. Herthas Manager Dieter Hoeneß erklärt sich nur ganz, ganz vorsichtig. Wenn drei, vier Spieltage vor Saisonschluss die Chance auf einen Champions-League-Platz bestünde, wolle man diese auch wahrnehmen. Hört, hört, wer hätte das gedacht?

Kein Verein möchte sich als Gegenspieler des FC Bayern positionieren. Natürlich wäre es inzwischen vermessen, der Mannschaft von Trainer Ottmar Hitzfeld in dieser Saison den Titel noch streitig machen zu wollen. Zu stark spielen die Bayern. Aber etwas mehr Gegenwehr darf man sich schon wünschen. So aber braucht sich niemand mehr wundern, dass der Vorsprung des FC Bayern auf 15 Punkte angewachsen ist.

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