Sport : Die Seele Kenias Robert Hartmann erzählt

Geschichten aus Afrika

Frank Bachner

Der Kenianer Amos Biwott sprang 1968 im olympischen Finale über 3000 m Hindernis am Wassergraben jedesmal so weit, dass er nicht im Wasser landete. Das war läuferisch unökonomisch, aber Biwott hatte zuvor zum ersten Mal in seinem Leben Schuhe geschenkt bekommen. Er wollte nicht, dass sie nass werden. Eine andere Begebenheit: Grace Attenyi hatte 20 000 ugandische Schilling gespart, damit sie ihren Lebenstraum verwirklichen konnte. Es war der Start bei einem Sportfest. Sie hatte 25 Jahre alte Rennschuhe gekauft, sie fuhr 350 Kilometer nach Kenia zu einem Meeting und erfuhr dort, dass die entscheidenden Vorläufe schon am Vortag stattgefunden hatten. Eine mitfühlende Kampfrichterin ließ sie im Finale doch an den Start. Attenyi lief 12,3 Sekunden, Platz zwei.

Eine Vielzahl solcher Geschichten und Anekdoten erzählt Robert Hartmann, der zu den erfahrensten Leichtathletik- Reportern in Deutschland gehört. Kein anderer Sportjournalist weiß so viel über Afrikas Läufer wie er. Seine besondere Liebe gilt Kenia und seinen Athleten. Hartmann beschreibt zugleich auch gesellschaftliche Zusammenhänge und Besonderheiten der afrikanischen Seele. Wer Kenia einmal aus einer besonderen Perspektive kennen lernen will, der wird bei Robert Hartmann ausgezeichnet bedient.

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