Sport : Die Segler und ihr Machtspiel am Start

Hartmut Moheit

Berlin - Mit Rang vier in der Weltrangliste ist der Franzose Mathieu Richard der am besten Platzierte unter den zwölf Seglern beim 14. Berlin Match Race. Ein Muster ohne Wert wie sich gestern herausstellte, denn im H-Boot schied der Vorjahresvierte ohne Siege gegen Bruni (Italien), Hestbaek (Dänemark), Minoprio (Neuseeland) und den für den gastgebenden Verein Seglerhaus am Wannsee startenden Wieser aus. In der zweiten Gruppe erreichte America’s-Cup-Sieger Jochen Schümann in vier Rennen drei Siege, unterlag nur dem Franzosen Col.

Bei einer Windstärke von 2,5 Knoten gab es am ersten Tag des Match Race bis zu diesem Zeitpunkt – nicht wie sonst so häufig bei diesem Zweikampf der Boote – durchgängig disziplinierte Startmanöver zu beobachten. Diese Phase bestimmt in etwa 70 Prozent der Fälle den Ausgang des Rennens. Es kommt darauf an, möglichst genau mit dem Startschuss die Startlinie zu überqueren. Es ist jedesmal wieder ein Machtspiel, in dem Psychologie, Abgeklärtheit, kontrolliertes Risiko und perfektes Bootshandling entscheidend sind. Je nach Veranlagung des Steuermanns geht es mehr oder weniger aggressiv zur Sache. Es gibt zwar eine Vorfahrtsregelung, aber dennoch sehr viele Grenzfälle. Schließlich wird im K.-o.-System gesegelt, bei dem jeder kleine Vorteil zählt. Mathieu Richard konnte diesmal davon nicht profitieren.

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