Sport : Die Sorgen des Derby-Favoriten

Heiko Lingk

Berlin – Sein Helm ist sein Markenzeichen geworden. Golden glitzert diese Kopfbedeckung, wenn Heinz Wewering an den Start geht. Der 54-Jährige darf als einziger Traberprofi einen solchen Goldhelm bei den Rennen tragen – als Anerkennung für seine Ausnahmestellung. Er hat sich diese Ehre hart erarbeitet: Wewering wurde zweimal Weltmeister, viermal Europameister, seit fast 30 Jahren steht er unangefochten an der Spitze des deutschen Trabrennsports. Seine Erfolgsstatistik will er heute anreichern: mit einem Sieg beim 109. Deutschen Traber-Derby in Mariendorf (Beginn der Veranstaltung: 12.30 Uhr). Die fünf Vorläufe und das Finale sind mit insgesamt 440 000 Euro dotiert.

Heinz Wewering hat dieses Rennen in seiner Laufbahn schon siebenmal gewonnen. Aber er will mehr: Mit dem Hengst Orso November steht ihm ein außergewöhnlich gutes Pferd zur Verfügung, das bisher keine Schwächen gezeigt hat. Beim Saisondebüt im Mariendorfer Adbell-Toddington Rennen war er hinter seinen vierbeinigen Widersachern Silver Star und Ferrari zwar nur Dritter, doch dass er das Jahr gegen diese beiden erstklassigen Traber, die heute ebenfalls antreten, trotz konditioneller Rückstände gleich auf so hohem Niveau begann, beweist seine Klasse. Und Wewering findet ja selbst bei Misslichkeiten die passende Antwort. Im Jahr 1983 zum Beispiel war sein Hengst Ifram der absolute Derbyfavorit. Doch unmittelbar vor dem Rennen lag Ifram plötzlich krank in seiner Stallbox. Heinz Wewering meisterte die Situation auf seine Art: Mit seinem für wenig chancenreich gehaltenen Ersatzpferd holte er dennoch den Derbysieg.

Gestern feierte Heinz Wewering bereits einen weiteren großen Erfolg in seiner Karriere: In Mariendorf gewann der Profi mit der Stute Opera November das mit insgesamt 160 000 Euro dotierte Arthur-Knauer-Rennen überlegen mit sechs Längen Vorsprung vor Easy Way Sl (Thomas Panschow) und Julia de Sade (Michael Schmid).

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