Sport : Die spanische Region will eigene Nationalmannschaften aufstellen

Auf heftigen Widerstand der Regierung in Madrid ist ein Gesetz zur Aufstellung eigener Nationalmannschaften in der Region Katalonien gestoßen. Bildungsminister Mariano Rajoy drohte mit einer Verfassungsklage. Ein solcher Schritt soll nun geprüft werden: "Bei einer Umsetzung des Gesetzes würde sich Spanien international lächerlich machen." Er bezeichnete die katalanische Initiative mit Blick auf die Abspaltungstendenzen etwa im Baskenland als "sehr gefährlich". Allein spanische Mannschaften dürften das Land in internationalen Wettbewerben vertreten.

Das Regionalparlament in Barcelona hatte am Vortag mit großer Mehrheit ein Gesetz verabschiedet, das den Weg zur Teilnahme katalanischer Teams an internationalen Wettkämpfen freimachen soll. Die Initiative wurde mit den Stimmen von Nationalisten und Sozialisten verabschiedet; dagegen votierte nur die in Madrid regierende Konservative Volkspartei (PP).

"Auf keinen Fall darf es so weit kommen, dass Spanien bei einem internationalen Wettbewerb gegen einen Teil seines eigenen Staatsgebiets antritt", unterstrich Rajoy, der auch für die Sportpolitik verantwortlich ist. Notfalls werde die Regierung ihren Widerstand auch bei internationalen Verbänden geltend machen. Madrid hatte bereits gegen ein ähnliches Gesetz im Baskenland geklagt.

In der Praxis stehen die Aussichten für die Teilnahme einer katalanischen Auswahl an offiziellen Wettbewerben wie zum Beispiel Welt- oder Europameisterschaften im Fußball ohnehin eher schlecht. Der Internationale Fußball-Verband Fifa schließt eine Zulassung Kataloniens zur WM bislang aus. Ähnlich sieht es bei Olympischen Spielen aus, da dazu ein eigenes Olympisches Komitee Kataloniens gebildet und anerkannt werden müsste.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben