Sport : Die Sperre ist aufgehoben

Evi Sachenbacher darf im Team-Sprint starten

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Turin - Nach ihrem bestandenen Bluttest trat Evi Sachenbacher-Stehle entspannt aus dem Zelt der Dopingkontrolleure und freute sich auf ihre Olympia-Premiere im klassischen Team-Sprint. „Ich bin unheimlich erleichtert, dass der Hämoglobin-Wert unter der Höchstgrenze von 16,0 liegt. Ich habe noch nie in meinem Leben so viel getrunken wie an diesem Vormittag, wahrscheinlich war es ein ganzes Fass“, sagte sich die 25-Jährige aus Reit im Winkl.

Vergessen waren die Stunden voller Tränen, Wut und Enttäuschung, nachdem die Staffel-Olympiasiegerin von 2002 am vergangenen Donnerstag wegen eines zu hohen Hämoglobin-Wertes von 16,3 mit einer fünftägigen Schutzsperre belegt worden war. „Es war das erste Mal, dass ich in einem Wettbewerb über dem Grenzwert gelegen habe, und hoffentlich auch das letzte Mal. Ich habe meinen Frust im Training rausgelassen. Jetzt will ich im Team-Sprint die richtige Antwort geben“, verkündete Sachenbacher-Stehle.

Das Ergebnis der am vergangenen Freitag vorgenommenen Dopingprobe lag bis zum Montagnachmittag allerdings noch nicht vor. „Die wird wie alle anderen zuvor negativ ausfallen“, erklärte der ebenfalls erleichterte Bundestrainer Jochen Behle. Der Coach wollte deshalb auch nicht so schnell zur Tagesordnung übergehen. „Ich kann die Sache nach wie vor nicht nachvollziehen“, kritisierte er nochmals die vom Internationalen Skiverband (Fis) verhängte Zwangspause, durch die Sachenbacher-Stehle ihre Medaillenchance in der Doppelverfolgung eingebüßt hatte.

Am Montag war die zierliche Bayerin um 13.02 Uhr zur Blutabnahme gegangen, 17 Minuten später kam sie strahlend wieder heraus. „Jetzt freue ich mich, dass die Olympischen Winterspiele für mich losgehen. Bisher war es ja nicht so toll. Das verlorene Rennen kann mir keiner zurückgeben“, sagte Sachenbacher- Stehle. Heute wird sie an der Seite von Viola Bauer (Oberwiesenthal) laufen. Die Frauen müssen in dem erstmals im Olympia-Programm stehenden Wettbewerb sechs Mal die 1,2-Kilometer-Distanz bewältigen. dpa

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