Die Spiele am Abend : Letzter Stand: Vollmilch oder Ayran

An dieser Stelle erfahren Sie täglich um 16 Uhr die letzten Neuigkeiten vor dem Anpfiff der Spiele des Abends. Heute, ab 20.45: Schweiz gegen Türkei.

Almpass
Trikotpflicht. Und nach der Werbung schalten live auf die Alm.Foto: AFP /ddp

Schweiz – Türkei
Gruppe A, St.-Jakob-Park Basel, 20.45 Uhr live im ZDF



„Manche glauben Fußball sei eine Sache auf Leben und Tod. Ich mag diese Haltung nicht, es ist viel ernster als das.“ Nicht wenige Fußballer würden die Worte des Schotten Bill Shankly in ihrem Poesie-Album in der Rubrik „Lebensmotto“ voller Inbrunst niederschreiben, und sich dementsprechend auch auf dem Spielfeld verhalten. Die beiden Mannschaften, die heute schon die letzte Chance auf den Viertelfinal-Einzug am Schopfe packen müssen, lieferten vor drei Jahren ein Paradebeispiel für Shanklys These. Nach dem 4:2-Erfolg der Eidgenossen in Istanbul wurde nach Beendigung der fußballerischen Auseinandersetzung der Ländervergleich mit Fäusten und Fußtritten weiter ausgefochten. Gefangene machte keiner der beiden Kontrahenten. Doch wie die amerikanischen Ureinwohner einst die Friedenspfeife miteinander rauchten, scheint auch hier das Testosteron dem süßen Duft der Harmonie gewichen. Fatih Terim will von den Vorfällen jedenfalls nichts mehr wissen. „Heute herrscht Fairness und Freundschaft auf dem Rasen“, gibt der türkische Übungsleiter vorschriftsmäßig zu Protokoll. Nur die Kollegen vom Boulevard können mit der Schmuserei mal wieder herzlich wenig anfangen und feuern beherzt Giftpfeile ab. „Wir haben nicht vergessen“, titelt der Schweizer „Blick“.
 
P.S.: Die Antwort kam prompt. „Die Schweizer provozieren und hetzen wieder“, heißt es ausgerechnet in der türkischen Zeitung „Fanatik“ (ein Schelm, wer böses dabei denkt).

Schweiz: Benaglio – Lichtsteiner – Senderos - Müller - Magnin - Behrami – Inler – Fernandez - Barnetta - Derdiyok – Streller

Türkei: Volkan – Sabri - Emre Asik - Servet Cetin – Hakan - Hamit Altintop - Mehmet Aurelio - Tuncay Sanli – Arda – Nihat - Mevlüt

Tschechien – Portugal
Gruppe A, Zentralstadion, Genf, 18 Uhr, live im ZDF

Solche Aussagen hört man sonst nur vor der ersten Runde des DFB-Pokals, wenn Bayern München gegen Vestenbergsgreuth antreten muss. Bloß nicht den Gegner unterschätzen. Aha. Vor dem Duell der siegreichen Mannschaften vom ersten Spieltag überbieten sich die beiden Lager mit gegenseitigen Ehrfurchtsbekundungen. Portugals Trainer Luiz Felipe Scolari fürchtet die Erfahrung der Tschechen. „Sie waren öfter als Portugal bei einem solchen Turnier“, gibt er zu Protokoll und vernachlässigt vor lauter Respekt offenbar das Denken. Bei den letzten drei Europameisterschafts-Endrunden waren beide Mannschaften immer dabei, und damit dürften die die aktuellen Spieler in Sachen EM-Erfahrung zumindest ungefähr in einer Liga spielen. Auf tschechischer Seite sorgt natürlich Cristiano Ronaldo schon vor dem Spiel für Schweißperlen auf der Stirn. „Jeder weiß, dass Cristiano Ronaldo ein exzellenter Spieler ist. Ihn zu stoppen, kann uns nur als gesamtes Team gelingen“, sagt Abwehrspieler Jaroslav Plasil. Eine ernst gemeinte Warnung - oder nur der Versuch sich jetzt schon aus der Verantwortung zu stehlen?

P.S.: Der Ex-Gladbacher Vaclav Sverkos schließt sich der allgemeinen Demutshaltung an. Trotz seines Siegtreffers im ersten Spiel gegen die Schweizer stellt er keinerlei Forderungen und wäre schon froh, „wenn ich wieder ein paar Minuten spielen dürfte.“

Tschechien: Cech – Grygera, Ujfalusi, Rozehnal, Jankulovski – Jarolim, Galasek,  Polak – Sionko, Plasil - Koller

Portugal: Ricardo – Bosingwa, Pepe, Carvalho, Ferriera – Deco, Petit, Moutinho – Ronaldo, Gomes, Simao
 

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