Sport : Die Spiele der leeren Sitze

Harald Maass

Peking - Alle Wettkämpfe in Peking sind ausverkauft, um die letzten Tickets gab es sogar Prügeleien– trotzdem bleiben viele Stadien und Hallen leer. Die chinesischen Zuschauer interessieren vor allem die Sportarten, in denen China gute Medaillenchancen hat: Beim Schwimmen, Wasserspringen und Turnen sind die Ränge voll. Tennisspieler hingegen treten teilweise in einer fast leeren Arena an.

Und das, obwohl das Organisationskomitee Bocog Olympia-Freiwillige zu den Wettkämpfen schickt, die angeleitet von Chef-Anfeuerern jubeln. „Sie sollen beiden Seiten applaudieren, um eine gute Stimmung zu schaffen“, sagte am Dienstag Bocog-Generalsekretär Wang Wei laut dpa. Wenn Karteninhaber kommen, müssten die Claqueure weichen. Wegen der halbleeren Stadien seien die Organisatoren aber „besorgt“, sagte Wang.

Beim Beachvolleyball sind die Spiele mit chinesischer Beteiligung gut besucht, hinterher leeren sich die Ränge oft. „In den Vorkämpfen bleiben manche Leute fern, das ist verständlich“, sagte Wang. Zudem sind viele freie Plätze für Athleten reserviert. Auch bei der Verteilung der Eintrittskarten gibt es Probleme: Sponsoren haben sich große Kontingente gesichert, es aber anscheinend versäumt, diese weiterzugeben. Mittlerweile bieten Schwarzhändler überteuerte Karten an, ein Ticket für die Schwimmwettbewerbe kostet umgerechnet rund 390 Euro. Über Reisebüros will Bocog Tickets noch an Touristen vermitteln, auch Chinesen sollen die Möglichkeit bekommen, noch Eintrittskarten zu kaufen. „Wir werden mehr Leute ermuntern, auf das Gelände zu kommen“, sagte Wang. Harald Maass

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