Sport : Die Stadion-Puristen

Benedikt Voigt

wundert sich über den 1. FC Kaiserslautern Mit dem heutigen Abschied aus dem Münchner Olympiastadion hat es auch der FC Bayern verstanden: Der Trend geht zum Sponsoren-Stadion. Die Münchner werden fortan in der Allianz-Arena kicken und sich damit zu den Bundesligisten gesellen, die den Namen ihrer Heimspielstätte zu Geld machen. So viele Vereine der Fußball-Bundesliga verdienen inzwischen damit zusätzliche Euros, dass diejenigen auffallen, die es nicht tun und es auch nicht wie Hertha BSC, Schalke oder Mönchengladbach planen. Oder es machen müssen wie Borussia Dortmund, wo der Sanierungsplan den Verkauf des Stadionnamens vorschreibt. Genau genommen trotzen nur noch vier Bundesliga-Stadien der kommenden Saison der Kommerzialisierung: Wedau-Arena, Weserstadion, Bruchwegstadion und Fritz-Walter-Stadion.

Dabei hat Kaiserslautern, zumindest aus Marketing-Sicht, einen Fehler begangen, als der Klub 1985 sein Stadion nach dem Vereinshelden benannte. Weser, Wedau oder Bruchweg könnte man leicht das Stadion wegnehmen, sie werden sich nicht beklagen. Aber Fritz Walter posthum die Stätte seines Wirkens zu entreißen und zu verkaufen, wäre wahrlich eine Beleidigung für den wahrscheinlich größten Helden des deutschen Fußballs. Die Fans werden sich das nicht bieten lassen, sie freunden sich ohnehin nur ungern mit AOL-Arena, Schüco-Arena und Badenova-Stadion an. Einziger Trost könnte sein, dass es schon schlimmere Namen gab. Das Stuttgarter Stadion wurde 1933 als Adolf-Hitler-Kampfbahn erbaut.

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