Sport : Die Statistik ist auf seiner Seite

Wie der 1. FC Köln Pedro Geromel entdeckte

Jörg Strohschein
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Pedro Geromel

Köln - Vor allem Politiker wissen, wie dehnbar und beugsam Statistiken sind. Alles eine Frage der Interpretation. Im Fall des 1. FC Köln ist allerdings der Beweis erbracht, dass statistische Werte auch der Realität entsprechen können. Zumindest hat ein Computer der Kölner Firma Sportslab im Februar 2008 die Daten eines Innenverteidigers ausgespuckt, die beeindruckend waren. Pedro Geromel war dieser Verteidiger. Nach einigen Beobachtungen vor Ort war die Sache für die Kölner klar. Sie überwiesen 2,5 Millionen Euro an Vitoria Guimaraes und hatten damit einen bis dato hierzulande unbekannten Spieler verpflichtet. Und Geromel ist in kürzester Zeit ein stabilisierendes Element für die Kölner geworden.

Gemeinsam mit dem Libanesen Mohamad bildet der 23-Jährige eine der besten Innenverteidigungen der Liga. Meist enden die gegnerischen Angriffe bereits bei Geromel, der zweikampfstark und schnell ist und in der Regel ohne Fouls auskommt. Mit 20 Gegentoren stellt der FC vor dem Spiel bei Hertha BSC am Freitag (20.30 Uhr) die fünftbeste Defensive der Liga. Auch die Berliner waren an einer Verpflichtung des Brasilianers interessiert, der in Portugal bei einer Publikumsumfrage zum besten Spieler der Saison 2007/08 gewählt worden war. Doch Geromel entschied sich gegen Hertha.

Neben seinen defensiven Fähigkeiten zeichnet sich Geromel auch durch seine klugen Pässe zur Spieleröffnung aus. Christoph Daum hat sein Urteil über seinen Innenverteidiger bereits vor einigen Wochen gefällt. „Dieser Mann ist Weltklasse“, sagte Kölns Trainer. „Ich weiß gar nicht, wie wir den in Zukunft behalten sollen.“ Der Vertrag des Brasilianers läuft bis 2012. Sollte er das von Daum attestierte Niveau tatsächlich erreichen wollen, müsste er in der Tat den Klub wechseln. Doch vorerst scheint sich Geromel in Köln wohlzufühlen. „Ich bin doch gerade angekommen, warum soll ich jetzt wechseln.“ Das hören sie gern am Rhein. Denn beliebt ist Geromel ohnehin, weil er „authentisch, selbstständig und absolut professionell ist“, wie Kölns Manager Michael Meier sagt.

Geromel wechselte schon als 17-Jähriger aufgrund einer Zeitungsannonce nach Portugal. Durch seine Sichtung hat der FC auch den Kontakt zu Petit bekommen, der im defensiven Mittelfeld des FC nun ebenfalls eine zentrale Rolle einnimmt. Die statistischen Werte des Nationalspielers musste der FC aber nicht erst am Computer abfragen. Jörg Strohschein

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