Sport : Die Streuner zeigen Zähne

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Nun ziehen sie auch noch den armen Jerry mit hinein! Ertränken im Main, sagte Heribert Bruchhagen, wolle er den Hund von Armin Veh, wenn der nicht bei Eintracht Frankfurt verlängere. Wie gemein! Da kenne er aber seinen Hund schlecht, antwortete der Trainer dem Vorstandschef, am Ende liege er eher selbst im Main.

Na fein. Humoristische Sticheleien zwischen Herrchen und Herrchens Herren, alles nicht so mordernst gemeint. Aber dennoch steckt mehr in des Pudels Kern, wobei Jerry ein Flat Coated Retriever ist, da wollen wir ihm kein Unrecht tun.

Die Zeiten, in denen treue Trainer der beste Freund des Vorstandschefs waren, sind vorbei. Prachtexemplare wie Veh, Mirko Slomka oder Bruno Labbadia sind mittlerweile Streuner geworden, wie ihre Spieler. Sie testen und kennen ihren Marktwert, zögern vor Unterschriften, gerade im Erfolg und halten den Klub an der kurzen Leine. Veh kläfft nach mehr Leckerlis, nach neuen teuren Spielern, die soll der Verein ihm zuführen, sonst nimmt er Reißaus, Richtung Schalke.

Veh ist kein Romantiker mehr, er hatte schon mal einen Hund. George war nicht einsam, er ging oft mit Veh spazieren, gemeinsam zur Meisterschaft, in Stuttgart. Aber George starb und Veh wurde entlassen, so ist das Hundeleben eben.

Es steht jedem zu, zu verhandeln, irgendwo bietet irgendwer immer einen saftigeren Knochen. Aber ein Trainer hat Verantwortung. Die Eintracht ist seit fünf Spielen sieg- und torlos, die Mannschaft verunsichert, die Erfolgssaison droht vor die Hunde zu gehen. Dann wäre auch Vehs gute Verhandlungsposition für die Katz.

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