• Die Tabelle steht Kopf - die Berliner Eisbären treten im Kellerderby gegen Schwenningen an, die Capitals bestreiten das Spitzenspiel gegen Augsburg

Sport : Die Tabelle steht Kopf - die Berliner Eisbären treten im Kellerderby gegen Schwenningen an, die Capitals bestreiten das Spitzenspiel gegen Augsburg

Claus Vetter

In der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) verblasst der Ruhm schnell. Selten lassen sich anhand von Platzierungen aus einer zurückliegenden Saison Aussagen über die Spielstärke der Teams machen, zu sehr verändern die Mannschaften jedes Jahr ihr Gesicht. Dennoch überrascht nach den ersten vier Saison-Spieltagen, dass zum Beispiel die heutige Partie zwischen dem letztjährigen Halbfinalisten Eisbären und den Schwenninger Wild Wings (19.30 Uhr, Sportforum) ein echtes Kellerderby ist. Das Spitzenspiel findet derweil in Augsburg statt. Dort empfängt Tabellenführer Augsburger Panther den 14. der Vorsaison, die Berlin Capitals, derzeit auf Rang zwei in der Tabelle.

Bei den Eisbären sind die Sorgen vor dem heutigen Heimspiel nicht kleiner geworden: Rob Murphy drehte zwar gestern schon ein paar Runden auf dem Eis, wird aber noch zwei Wochen pausieren müssen. Peter Hammarström trifft es härter als zunächst angenommen, nach einem Muskelabriss unterhalb der Hüfte wird der Schwede vier Wochen ausfallen. Somit hat Trainer Peter John Lee wieder nur elf Stürmer zur Verfügung. Von den vier neuen Offensivkräften haben bisher nur zwei alle Spiele bestritten. Thomas Schinko hat seine Sache bislang ordentlich gemacht. Guiseppe Busillo hingegen blieb geradezu auffällig unauffällig, doch der Ex-Kölner sieht es anders. "Ich bin doch nicht nach Berlin gekommen, um 50 Tore zu schießen", sagt Busillo, "ich bin nun mal ein defensiv orientierter Stürmer, der Raum schafft und in den Ecken arbeitet".

Dennoch: Ein bisschen mehr darf es schon sein, das gilt nicht nur für den Italo-Kanadier. "Ich denke, dass wir in den ersten Spielen zu verkrampft waren", sagt Busillo, "doch nach dem Sieg gegen Nürnberg bin ich mir sicher, dass wir das Schlimmste hinter uns haben". Sein Trainer verbittet sich indes jegliches Philosophieren über das ungeduldige Umfeld. Peter John Lee sagt: "Dass bei den Eisbären mehr Druck ist als bei den Revier Löwen, damit müssen alle leben. Sonst würden sie ja auch nicht hier spielen".

Michael Komma macht sich derweil keine Gedanken um die geistige Verfassung seiner Akteure. "Alle ziehen am selben Ende des Taus", freut sich der Trainer der Capitals. Heute in Augsburg darf Rob Guillet erstmals mitziehen, der Stürmer feiert sein Saisondebüt, auch Rob Cimetta ist wieder mit dabei. Nur Grund zur Freude also? Nein, mit der Formulierung "Spitzenspiel" hat Komma Probleme. "Das sind beides keine Spitzenteams", sagt der Coach. "Ich lasse mich nach vier Spieltagen nicht von der Tabelle blenden", meint Komma, "wir wollen am Ende Sechster, Siebenter oder Achter werden, mehr ist nicht drin."

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