Sport : Die Tataren mit dem Rosenkranz Russlands Meister Kasan siegt 2:1 in Barcelona

Berlin - Kurban Berdjew fiel mit dem Rosenkranz in der Hand jubelnd auf die Knie. Der Trainer von Rubin Kasan hatte den russischen Außenseiter soeben zu einem sensationellen 2:1 (1:0)-Erfolg beim Titelverteidiger in der Champions League geführt. „Ich bin sehr stolz. Das ist ein Festtag für den Klub und unsere Fans“, rief Berdjew, nachdem er während der Partie beim FC Barcelona immer wieder beschwörend an seinem Rosenkranz gedreht und Gebete vor sich hin gemurmelt hatte.

Noch vor dem Anpfiff in Barcelona hatten sich die Gäste eher wie eine Reisegruppe denn wie siegeshungrige Fußballprofis präsentiert. Doch nicht die vorab geschossenen Fotos aus dem Stadion Camp Nou, sondern eine effektive und abgeklärte Leistung und die Tore von Alexander Rijasanzew (2.) aus 35 Metern in den Winkel und Gökdeniz Karadeniz (73.) dürften 800 Kilometer östlich von Moskau in der Teilrepublik Tatarstan in Erinnerung bleiben.

Trotz der ersten Saisonniederlage, bei der Zlatan Ibrahimovic den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte, zeigte sich Barcelona kaum geschockt. „Uns fehlte etwas das Glück“, klagte der Schwede, der kurz vor Schluss die Latte traf, während der Pfosten in der Nachspielzeit bei einem Kopfball von Yaya Touré rettete. Die erste Niederlage in der Champions League seit zehn Monaten sei „nur ein Ausrutscher“, befand auch Trainer Josep Guardiola. Das müssen die Katalanen in zwei Wochen im Rückspiel in Kasan beweisen.

Barcelona war nicht der einzige Favorit, der am Dienstagabend strauchelte: Zur Halbzeit der Gruppenphase müssen auch das weiter sieglose Inter Mailand und der FC Liverpool nach der zweiten Niederlage um den Achtelfinal-Einzug bangen. Während Barcelona mit vier Zählern immerhin noch punktgleich vor dem Dritten Kasan an der Spitze der Gruppe F steht, steckt José Mourinho mit Inter Mailand (3) endgültig in der Krise. Nach dem glücklichen 2:2 (1:2) gegen Dynamo Kiew (4) warten die Italiener seit acht Spielen und genau einem Jahr auf einen internationalen Sieg. Immerhin hielt Walter Samuel die Chancen auf ein Weiterkommen von Inter mit dem Ausgleich nach dem Eigentor des früheren Bayern-Profis Lucio aufrecht.

Schon häufig hat auch Rafael Benitez den FC Liverpool aus misslichen Situationen befreit, doch nach der vierten Pflichtspiel-Niederlage in Serie hat sich der Druck auf den Spanier erhöht. Beim 1:2 (1:0) gegen Olympique Lyon verlor sein Team nach 25 Minuten ihren Kapitän Steven Gerrard wegen Leistenproblemen und erlebte dann in der Nachspielzeit den Siegtreffer von César Delgado. Durch den 4:3-Erfolg des AC Florenz (6) beim punktlosen VSC Debrecen aus Ungarn steht Liverpool (3) hinter Spitzenreiter Lyon (9) nur auf Rang drei der Gruppe E. dpa

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