Sport : Die überbrückte Lücke

Bremen gewinnt das erste Spiel ohne Allofs gegen Düsseldorf 2:1 – die Suche eines Nachfolgers bleibt.

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Am Ende vorn. Wie Aaron Hunt, hier am Ball, erkämpfte sich Werder Bremen noch einen entscheidenden Vorteil. Foto: dpa
Am Ende vorn. Wie Aaron Hunt, hier am Ball, erkämpfte sich Werder Bremen noch einen entscheidenden Vorteil. Foto: dpaFoto: dpa

Bremen - Werder Bremens Trainer Thomas Schaaf ahnte es nicht nur, er wusste ganz genau, dass er nach dem 2:1 (0:1)-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf nicht nur Fragen zum Spiel zu beantworten hatte. Sondern vor allem zum Thema Klaus Allofs, der bekanntlich unter der Woche zum VfL Wolfsburg gewechselt war. Wenige Stunden vor dem Spiel war durchgesickert, dass Dietmar Beiersdorfer Werder eine Absage als Nachfolger von Allofs als Sportdirektor beim SV Werder erteilt hatte. Der einstige Bremer Fußballprofi und HSV-Sportchef will seinen Vertrag bei Zenit St. Petersburg erfüllen. „Wir suchen intensiv nach einer Lösung und werden sie bekannt geben, wenn sie feststeht. Ob es die richtige Lösung ist, wird sich dann zeigen“, sagte Schaaf gestern.

Nach wie vor deutet einiges auf eine Doppellösung hin. Der Name Frank Baumann als Mann mit „Stallgeruch“ hält sich hartnäckig, aber auch die Namen Marco Bode und Rune Bratseth werden weiterhin gespielt. Der ehemalige Weltklasse-Verteidiger Bratseth hatte nach dem Ende der aktiven Karriere Rosenborg Trondheim als Manager in die Champions League geführt, ist allerdings seit Jahren nicht mehr im Fußballgeschäft tätig. Ein Mann mit Strahlkraft wäre der Norweger alle Male.

„Wir müssen mit dieser Angelegenheit sehr seriös umgehen, auch weil wir all denen über die da spekuliert wird, nicht unbedingt einen Gefallen tun.“ Was Thomas Schaaf meinte, zeigt sich am Beispiel von Jens Todt. Kaum war der beim Spiel von Werders Reserveteam gesichtet worden, galt der Sportvorstand vom VfL Bochum auch schon als Anwärter auf den Allofs-Posten.

Das Thema Allofs habe die Mannschaft nicht groß beschäftigt, erklärte der Bremer Torhüter Sebastian Mielitz hinterher: „Man redet schon darüber, aber die Konzentration galt dem Düsseldorf-Spiel.“ Genau die schien Werder zunächst zu fehlen: Sokratis holte den Düsseldorfer Robbie Kruse nach zehn Minuten im Strafraum von den Beinen und Jens Langeneke verwandelte zum 1:0 für die Gäste. Werder belagerte fortan in einem „intensiven Spiel“, wie es Fortunas Coach Norbert Meier nannte, den Strafraum der Gäste. Doch erst Nils Petersen nutzte zu Beginn der zweiten Hälfte eine der zahlreichen Chancen zum 1:1. In der Schlussviertelstunde spielte Werder in Unterzahl, der ehemalige Düsseldorfer Assani Lukimya sah Gelb-Rot. Dennoch gelang Werder Bremen durch Kevin de Bruyne zehn Minute vor dem Ende der 2:1-Siegtreffer.

„Großes Kompliment, dass die Mannschaft zu zehnt noch nonstop dran geblieben ist“, sagte Schaaf gelassen. Ein „Jetzt-erst-Recht-Gefühl“ habe es allerdings nicht gegeben, sagte der Trainer. „Es ging um eine Bestätigung unserer Arbeit. Wir gehen unseren Weg weiter und vergeuden die Zeit nicht damit, uns mit Dingen zu beschäftigen, die wir nicht mehr ändern können.“Sven Bremer

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