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Sport : Die Überraschungsparty

Jubel in Großbritannien nach dem Sieg über den Favoriten Paris – die Wende gelang kurz vor Schluss

Matthias Thibaut[Paris],London[Paris],Guillaume Decamme[Paris]

Jacques Rogge nahm den Briefumschlag mit den olympischen Ringen von einem Kissen und riss ihn mit der flachen Hand auf. Es war still im Ballsaal des Raffles Convention Centre von Singapur. Als der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) dann das Wort „London“ aussprach, sprang die britische Delegation jubelnd auf die weißen Stühle. Die Abgesandten aus Paris, als Favoriten angereist und im entscheidenden Wahlgang mit 50:54 Stimmen unterlegen, sanken nieder und weinten.

Auf dem Londoner Trafalgar Square, am Fuße der Nelson-Statue, die an die alten Schlachten der Briten gegen die Franzosen erinnert, führten mehr als 10 000 Menschen Freudentänze auf, als die überraschende Entscheidung über die Leinwände flimmerte. Fahnen wurden geschwenkt. Popstar Heather Small sang die Londoner Bewerbungshymne „Proud“. Von den Zweiflern, die bis zuletzt vor den gigantischen Kosten gewarnt hatten, war nichts mehr zu hören.

Eindruck hatten die Londoner vor allem mit ihrer Präsentation in Singapur gemacht. „Das war der entscheidende Unterschied in einem knappen Wettkampf“, sagte IOC-Mitglied Thomas Bach nach der Abstimmung dem Tagesspiegel. Londons Präsentation hatte vor allem mit dem jugendlichen und weltstädtischen Image der Metropole geworben – Fußballstar David Beckham zwinkerte im Bewerbungsfilm selbstironisch den IOC- Mitgliedern zu. „Ein Sieg für London ist etwas ganz Großes, mehr als meine Olympiasiege“, sagte der Chef der Bewerbung, der einstige Leichtathletik-Star Sebastian Coe, und bekam Applaus in Singapur.

Der britische Premierminister Tony Blair reckte nach dem Sieg die Faust in die Luft. Es sei fast unerträglich gewesen, die Entscheidung zu verfolgen. Beckham sprach von einem seiner schönsten Siege, „einer, bei dem man Gänsehaut kriegt und einem die Haare zu Berge stehen“. Thank you – diese Worte leuchteten am Nachmittag von der Bühne am Trafalgar Square. Dann meldete sich Blair per Video: „Wir werden sofort mit der Arbeit beginnen.“ Als erste Stadt der Welt wird London zum dritten Mal nach 1908 und 1948 Gastgeber der Spiele sein. Wettbewerbe der kurzen Wege haben die Briten versprochen, auch wenn sie viele Sportstätten erst errichten müssen – etwa ein neues Olympiastadion.

In den vergangenen Tagen hatte London, das sich wohl von Anfang an auf viele Stimmen der Commonwealth-Staaten verlassen konnte und in drei von vier Wahlgängen vorne lag, gegenüber der fachlich besser benoteten Pariser Bewerbung aufgeholt. Drei Tage lang hatte Blair in Singapur bei Einzelgesprächen mit IOC-Mitgliedern um Vertrauen geworben und damit Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac ausgestochen, der ebenfalls angereist war und für „unvergessliche Spiele“ geworben hatte.

Nicht so schnell in Vergessenheit geraten dürfte nun Frankreichs Niederlage im dritten Versuch. Sportfunktionäre erwarten keinen weiteren Anlauf von Paris, zumal die Chancen für eine europäische Stadt für 2016 gering sind. Das mindert auch die Aussichten für einen deutschen Bewerber um die Sommerspiele.

In Paris reagierten 10 000 Menschen auf dem Rathausplatz traurig und verzweifelt. „An den Gedanken, dass die Engländer uns besiegt haben, muss ich mich erst gewöhnen“, sagte eine enttäuschte Französin. Trotz einer ausgefeilten Bewerbung und einer guten Präsentation blieb die Hoffnung der Pariser unerfüllt, nach 1900 und 1924 die Spiele auszurichten. „Jetzt herrscht Leere“, sagte Sportminister Jean-François Lamour. Auch in Madrid, das im dritten Wahlgang nur knapp an Paris gescheitert war, waren tausende Menschen enttäuscht.

„Die Franzosen sollten das knappe Ergebnis als Ermutigung sehen“, sagte Bach. Das deutsche IOC-Mitglied hatte als einziger Funktionär in Singapur das Endergebnis nach dem letzten Wahlgang eine Stunde lang gewusst und bis zur Bekanntgabe für sich behalten müssen. „Ich habe starr in den Raum gesehen und versucht, nicht mit den Augen zu zwinkern“, erzählte Bach. Dann endlich nahm Rogge den Umschlag zur Hand.

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