Sport : Die Unbezwingbaren

Berlin Thunder gewinnt 33:29 gegen Amsterdam

Mathias Klappenbach

Berlin. Die Spieler von Berlin Thunder können sich auf den Punkt konzentrieren. Immer, wenn es in ihren Partien in der National Football League Europe eng wird, können sie noch zulegen. „Diese Mannschaft hat Charakter und mentale Stärke“, sagte ihr Coach Rick Lantz nach dem hart erkämpften 33:29 (0:0, 12:7, 7:7, 14:15) gegen die Amsterdam Admirals. Es war der fünfte Sieg im fünften Saisonspiel, Thunder bleibt Tabellenführer der National Football League Europe (NFLE) und steht nach der Hälfte der Saison bereits vor dem Einzug ins World-Bowl-Finale am 12. Juni in Gelsenkirchen.

Bereits vor drei Wochen in Amsterdam hatten die Berliner mit 28:17 gewonnen, gestern überzeugten sie im ersten Viertel gegen das passstarke Team aus Amsterdam vor allem in der Defensive und warteten zunächst auf die Fehler des Gegners. Amsterdam war schnell bis auf einen Yard an die Endzone von Thunder herangerückt, aber die Abwehrformation der Berliner ließ keinen Touchdown zu. Danach verpasste Amsterdam die 3:0-Führung, als ein eigentlich schon verwandeltes Fieldgoal wegen eines vorherigen Fouls wieder aberkannt wurde. Am Ende des ersten Viertels brachte dann Thunders Linebacker Jason Kazar den Amsterdamer Quarterback Clint Stoerner kurz vor dessen Endzone zu Fall.

„Wir haben aus den Fehlern des Gegners Kapital geschlagen“, sagte Lantz, „aber dann auch selbst welche gemacht.“ Für die 12 909 Zuschauer gab es zu Beginn des zweiten Viertels zum ersten Mal richtig Grund zum Jubeln. Thunders Quarterback Rohan Davey schickte Richard Alston auf die Reise, und der Wide Receiver fing den 47-Yard-Pass in Amsterdams Endzone, 6:0 für Thunder. Auch der zweite Touchdown wurde von einem Fehler der Gäste eingeleitet, als Berlins Safety Keith Davies einen Pass abfangen konnte. Die anschließende Angriffsserie der Berliner vollendete Mike Pinkard zum 12:0, den Extrapunkt gab es aber nicht. Kicker Heinz Quast, der schon bei seinem Versuch nach dem ersten Touchdown abgeblockt worden war, setzte das Ei diesmal neben die Torstangen der Amsterdamer, denen vor der Halbzeit dann doch noch ein Touchdown gelang.

Nach dem ausgeglichenen dritten Viertel gingen die Gäste sogar 21:19 in Führung. Jetzt war vor allem Rohan Davey gefragt, und der beste Quarterback der NFLE antwortete mit zwei weiteren Touchdown-Pässen. Der erste fand erneut Alston als Adressat. Insgesamt warf Davey vier solcher Pässe, den zweiten Touchdown hatte er selbst gemacht. „Rohan ist ein hervorragender Führer. Er ist da, wenn er gebraucht wird“, sagte Coach Lantz. Da Heinz Quast jetzt auch die Extrapunkte verwandelte, lag Thunder drei Minuten vor Schluss 33:21 in Führung. Das Spiel war entschieden, die letzten Punkte der Amsterdamer kamen zu spät.

Matchwinner Davey überzeugte neben seinen starken Pässen auch durch sein gutes Laufspiel, als er in zwei kniffligen Situationen selbst durchstartete und einen neuen ersten Angriffsversuch herausholte. „Ich hatte schon im Trainingslager vor der Saison in Tampa Bay ein gutes Gefühl, was diese Mannschaft betrifft“, sagte Davey. Da hat er sich nicht getäuscht, in dieser Verfassung bleiben die Berliner Favorit auf den Titelgewinn.

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