Sport : Die Vier steht

SCC siegt 3:0 und bereitet sich auf die Play-offs vor

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Berlin - Was dort auf der großen Anzeigetafel der Sömmeringhalle geschrieben stand, löste mittelschwere Verwunderung bei einigen der 1705 Zuschauer aus, die sich durchs Berliner Matschwetter gequält hatten, um den SC Charlottenburg bei seinem letzten Heimspiel der Hauptrunde in der Volleyball-Bundesliga gegen den Moerser SC zu unterstützen. „1. Play-off-Viertelfinale: SCC gegen TV Rottenburg, 24 März, 19 Uhr, Sömmeringhalle“, war dort zu lesen. Nicht nur, dass einige der SCC-Fans vielleicht noch nicht mitbekommen hatten, dass der Play-off- Start der Berliner aufgrund des Erreichens des Final Four im europäischen Challenge Cup um drei Tage vorverlegt worden war, auf den 24. März. Der Text suggerierte auch, dass der SCC sich bereits mit dem vierten Platz abgefunden hat – und mit Rottenburg als Gegner. Dabei ist es für die Berliner theoretisch noch möglich, den dritten Platz und damit eine deutlich bessere Ausgangsposition für die in zehn Tagen beginnenden Play-offs zu erreichen. Seinen Teil dazu trug der SCC am Sonntag mit einem 3:0 (25:14, 25:21, 25:21) über den Moerser SC bei.

„Ich weiß auch nicht, warum das da schon steht“, sagte SCC-Manager Kaweh Niroomand betont echauffiert, lächelte dann jedoch versöhnlich. „Wir rechnen damit, dass es bei Platz vier bleibt, und der ist in Ordnung.“ Denn um noch einen Platz gut zu machen, hätte der Tabellendritte Düren patzen müssen. In Rottenburg tat er dem SCC diesen Gefallen am Sonntag nicht: Düren siegte 3:0 und wird sich wohl auch im letzten Hauptrundenspiel in der kommenden Woche gegen Wuppertal den dritten Rang nicht mehr nehmen lassen. Insofern zeugte die Anzeigentafel von gesundem Realismus der SCC-Verantwortlichen.

Dass es am Ende auf Platz vier hinauslaufen wird, können sich die Berliner zumindest in dieser Saisonphase nicht mehr vorwerfen. Wichtige Punkte wurden in der ersten Hälfte dieser Spielzeit verpasst. Gegen Moers taten die SCC-Akteure gerade das Nötigste und zogen immer dann das Tempo an, wenn Moers drohte, ins Spiel zu kommen. „Wir haben genug getan, um 3:0 zu gewinnen“, sagte Trainer Andrej Urnaut, der sichtlich zufrieden mit der Entwicklung seines Teams in den vergangenen Wochen ist. „Die Mannschaft ist immer mehr zusammengewachsen, gerade weil sie durch die vielen Spiele im Challenge Cup kaum Pausen hatte.“

Und gerade rechtzeitig läuft ein erfahrener SCC-Profi wieder zur Höchstform auf: Vor allem in der Schlussphase profitierte die Mannschaft von der Klasse des lange verletzten Aleksandar Spirovski, der mit 16 Punkten Top-Scorer der Berliner war. Anke Myrrhe

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