Sport : „Die Welt hat zugeschaut“

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Herr Hejduk, die USA haben mit dem Einzug ins Viertelfinale mehr erreicht, als ihnen viele zugetraut haben, aber so richtig zufrieden sind Sie nach diesem Spiel vermutlich nicht. Oder?

Das stimmt. Wir hatten heute die Chance, ins Halbfinale zu kommen. Und so, wie wir gespielt haben, hätten wir es eigentlich auch erreichen müssen. Aber so ist Fußball, die Deutschen haben schließlich auch gut gespielt.

Meinen Sie das ernst?

Sie haben gewonnen. Da ist es egal, ob sie gut oder schlecht gespielt haben. Am Ende zählt nur das Ergebnis.

Glauben Sie, dass Ihre Mannschaft heute die bessere war?

Wir hatten am Ende viele Chancen. Aber die Deutschen haben 1:0 geführt. Da ist es ihr gutes Recht, diesen Vorsprung mit allen Mitteln zu verteidigen. Wir mussten angreifen. Und wir haben mit allem angegriffen, was wir hatten.

Jetzt taucht wieder der alte Spruch von Gary Lineker auf, von wegen Fußball sei ein Spiel für 22 Leute, bei dem am Ende immer wieder die Deutschen gewinnen. Ist das typisch, dass dann am Ende doch wieder die Deutschen gewinnen?

Ich weiß nicht, ob das typisch ist. Wir haben so gespielt, wie wir spielen wollten, und wir haben der Welt heute gezeigt, dass wir zurecht im Viertelfinale dieser Weltmeisterschaft gestanden haben.

Sie sind also doch zufrieden?

Nun ja, ein wenig schon. Wer hätte das vorher gedacht, dass die amerikanische Mannschaft so weit kommt? Ich glaube, wir haben ein großartiges Spiel gemacht: Wir haben Deutschland beherrscht. Und die ganze Welt hat dabei zugeschaut.

Vermutlich auch ihr Leverkusener Vereinstrainer Klaus Toppmöller. Ist das nicht ein bisschen seltsam: Bei der Weltmeisterschaft spielen Sie im Viertelfinale, und in der Bundesliga reicht es nich?

Stimmt, das ist schon ein bisschen komisch. Doch was soll ich machen? Ich bin schließlich nicht der Trainer. Aber ich werde jetzt mit erhobenem Kopf nach Leverkusen zurückkehren.

Das Gespräch führte Stefan Hermanns.

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