Sport : Die Williams-Bande: "Der Ku-Klux-Klan lebt"

Richard Williams fuhr schwere Geschütze auf. "Der Ku-Klux-Klan lebt, der Rassismus hat unser Land fest im Griff, man wollte mir ans Leben", donnerte der Vater der Tennis spielenden Schwestern Venus und Serena Williams und strich sich immer wieder mit der Hand über sein T-Shirt, auf dem eine Karikatur seiner selbst abgebildet war: "Als Serena das Finale von Indian Wells spielte, sagte ein Zuschauer zu mir: Ich wünschte, es wäre 1975, damals hätten wir einem Nigger wie dir bei lebendigem Leib die Haut abgezogen."

Der Schock von Indian Wells, als Serena im Finale gegen die Belgierin Kim Clijsters vom ersten bis zum letzten Ballwechsel gnadenlos ausgebuht wurde, sitzt bei Richard Williams tief. Dabei hatten die US-Medien eigentlich einen ganz anderen Grund für den Unmut der Zuschauer ausgemacht. Das Halbfinale zwischen Serena und Venus sei auf Anweisung des allmächtigen Vaters kurzfristig geplatzt, und wenn die beiden Schwestern dann doch mal gegeneinander antreten, sei das Ergebnis vom Familienoberhaupt vorher festgelegt.

Alles Quatsch, wetterte Richard Williams in Miami, wo seine Töchter im Gleichschritt das Viertelfinale erreichten: "Niemals habe ich Venus oder Serena befohlen, mit Absicht zu verlieren." Den Vorwurf der internen Absprache wies Richard Williams zurück: "Die Medien haben eine Hetzkampagne gegen uns gestartet. Niemand will schwarze Spielerinnen." Mit seiner Rassismus-Theorie steht der extrovertierte Tennisvater allerdings ziemlich alleine da. "Das ist völliger Quatsch", glaubt die Weltranglistenerste Martina Hingis: "Ich habe nicht das Gefühl, dass Rassismus in unserem Sport eine Rolle spielt." Auch der Afro-Amerikaner Rodney Harmon, im US-Verband zuständig für die Integration von Minderheiten, hat Zweifel an der These von Richard Williams. "Ich kenne Richard, ich mag ihn und seine Töchter. Sie sind intelligent, und sie sind angenehme Gesprächspartner. Niemand macht ihnen ihre Hautfarbe zum Vorwurf."

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