Sport : Die Woche hat vier Tage

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Von Ingo Wolff

Berlin. Dimitrios Vergos liebt Zahlen. Am liebsten große und positive Zahlen – positiv für ihn und den Berliner Trabrennverein. Glücklicherweise kann der Geschäftsführer vor der Eröffnungsfeier der Derby-Woche auf der Trabrennbahn Mariendorf (heute ab 12 Uhr) davon mehr als genug präsentieren. Denn das wichtigste Ereignis im deutschen Trabrennsport hat noch immer genug Anziehungskraft für Sponsoren, Trainer, Besitzer, Fahrer und vor allem Zuschauer. Da braucht Vergos weder in die unpassable Vergangenheit zu schauen, noch muss er in die düstere Zukunft blicken. Es reicht sein Zettel mit den nackten Zahlen der acht Tage bis zum 107. Deutschen Derby am kommenden Sonntag, um zu beweisen, dass Mariendorf im Mittelpunkt der deutschen Traberwelt steht – wenigstens für eine Woche.

Die gesamte deutsche Spitze kommt mit den besten Pferden für den heutigen Eröffnungsrenntag und die übrigen vier Veranstaltungen nach Berlin. Weil das wegen der wirtschaftlichen Lage schwieriger zu organisieren war als in den Vorjahren, ist der Verein den auswärtigen Fahrern entgegengekommen. Das Programm wurde gestrafft. Die Woche findet nur noch von Donnerstag bis Sonntag statt, damit die Fahrer, die ja ihre daheim gebliebenen Pferde trainieren müssen, nicht die ganze Woche in Berlin gebunden sind.

Obwohl die Woche nun zwei Renntage weniger hat als im Vorjahr, rechnet Vergos mit einem ähnlichen Wettumsatz wie im Vorjahr. Denn der wirtschaftlich schwächelnde Verein hat die unrentablen Füllrennen gestrichen. Die wichtigen Zuchtrennen, darunter das heutige Charlie-Mills-Memorial, das Bruno-Cassirer-Rennen und der Deutsche Traber-Zirkel am Freitag sowie der Große Preis von Berlin, das Gottlieb-Jauß-Memorial, das Artur-Knauer-Rennen und das Stuten-Derby am Samstag werden weiterhin in Mariendorf ausgetragen. „Konzentration der Kräfte“, nennt Präsident Hermann Gerbaulet sein Sparprogramm. Sportlich macht das Sinn, denn die Zahl der Traber ist ebenfalls deutlich zurückgegangen.

Genug gute Pferde für die Derby-Woche kommen trotzdem zusammen. Insgesamt starten 500 Traber an den fünf Renntagen und für das Derby sind noch 179 Pferde nominiert. Doch nicht nur die Pferde stehen im Mittelpunkt. Die Derby-Woche ist auch immer ein gesellschaftliches Ereignis. Wer die Hautevolee aus der Nähe erleben will, hat am Mittwoch bei der Derby-Gala, am Freitag beim Botschafter-Renntag und am Derby-Sonntag die beste Gelegenheit dazu.

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