Sport : Die Wütenden

Armin Lehmann

macht sich große Sorgen um den italienischen Fußball Der AS Rom wird wegen seiner randalierenden Fans zum zweiten Mal mit Stadionsperre belegt. Das allein ist eine Meldung wert, doch steckt mehr dahinter. Der Vorgang ist ein weiteres Indiz dafür, dass nur noch wenig zusammenpasst in Italiens Fußball-Welt. Der Liebling des AS Rom, Kapitän Totti, wurde mit Flaschen beworfen, als er die Tifosi beruhigen wollte. Die radikalisieren sich auch deshalb, weil sie nicht wissen, was mit ihrem Fußball geschieht. Es herrscht Krieg in der italienischen Liga, zwischen den großen Klubs. Es geht um Fernsehgeld, Macht und den Posten des Ligapräsidenten.

Fast bankrotte Vereine wie der AS Rom müssen ihre Stammspieler verkaufen – auch Totti will weg. Keine Vorbilder, keine Integrationsfiguren, statt dessen Spieler und Vorstände, die ohne Gewissen handeln, wie das Beispiel Di Canio zeigt. Er reckte den Arm im römischen Derby zum faschistischen Gruß und wurde dafür von den Vereinsbossen und dem Trainer in Schutz genommen. Es ist kein Trost, dass Di Canio nun abgelehnt hat, sich für Regionalwahlen als rechter Vorzeigekandidat aufstellen zu lassen. Italiens Fußball hat längst vergessen, was soziale Verantwortung bedeutet. Geld allein gewinnt nicht, und weil viel Geld verschwendet wird, schwindet die Identifikation der Italiener mit ihrem Fußball. Bundesliga, du hast es besser.

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